Neue Perspektiven eröffnen neue Erkenntnisse

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Kleine Anregung zum Lesen des folgenden Textes:

Wie wäre es, wenn Sie den Text auf sich selbst beziehen? Wenden Sie ihn einfach auf sich selbst an.

Die Einladung
Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst.

Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskierst, dich zum Narren zu machen auf deiner Suche nach Liebe, nach deinem Traum, nach dem Abenteuer des Lebens.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten ein Quadrat zu deinem Mond Bilden.

Ich will wissen, ob du deinem Lied auf den Grund gegangen bist und ob dich die Ungerechtigkeiten des Lebens geöffnet haben, oder du dich klein machst und verschließt, um dich vor neuen Verletzungen zu schützen.

Ich will wissen, ob du Schmerz – meinen oder deinen eigenen – ertragen kannst, ohne ihn zu verstecken, zu bemänteln oder zu lindern.

Ich will wissen, ob du Freude – meine oder deine eigene – aushalten, dich hemmungslos dem Tanz hingeben und jede Faser deines Körpers von Ekstase erbeben lassen kannst, ohne an Vorsicht und Vernunft zu appellieren oder an die Begrenztheit des Menschseins zu denken.

Es interessiert mich nicht, ob das was du mir erzählst wahr ist.

Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben; ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst, um deine eigene Seele nicht zu verraten; ob du treulos sein kannst, um vertrauenswürdig zu bleiben.

Eisblumen

Ich will wissen,ob du die Schönheit des Alltäglichen erkennen kannst, selbst wenn sie nicht immer angenehm ist, und ob ihre Allgegenwärtigkeit die Quelle ist, aus der du die Kraft zum Leben schöpfst.

Ich will wissen, ob du mit Unzulänglichkeit leben kannst – meiner oder deiner eigenen – und immer noch am Seeufer stehst und der silbrigen Scheibe des Vollmonds ein uneingeschränktes „Ja“ zurufst.

Es interessiert mich nicht, wo du wohnst oder wie reich du bist.

Ich will wissen, ob du nach einer kummervoll durchwachten Nacht zermürbt und müde bis auf die Knochen aufstehen kannst, um das Notwendige zu tun, damit deine Kinder versorgt sind.

Es interessiert mich nicht, wen du kennst oder wie du hierher gekommen bist.

Ich will wissen, ob du inmitten des Feuers bei mir ausharren wirst ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.

Ich will wissen, was dich von innen heraus trägt, wenn alles andere wegbricht.

Ich will wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst und ob du den, der dir in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst. (*)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Gedanken und Eindrücke zu diesem Text mitteilen.

Herzliche Grüße
Ihre Ruso

(*)Verfasser: Oriah Mountain Dreamer: Die Einladung. München 2000. S.7f / Foto: by http://www.raum-für-dich.com – Erlaubnis zur Veröffentlichung liegt vor

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Der Anstand – ein aussterbender Dinosaurier?

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Wer kennt nicht so Sätze wie: „Das tut man nicht!“, „Das gehört sich nicht!“, „Sei anständig und brav!“ oder „Der Anstand gebietet es, dass…!“.

Sehr viele Menschen wurden mit diesen Sätzen erzogen und es wurden oft Strafen verhängt, wenn raus kam, dass man sich nicht daran gehalten hat.

Doch wer gibt eigentlich vor was „sich gehört“ und was nicht? Wer stellt diese Regeln auf und diktiert was die Norm tut und was nicht?

Ich vermute, dass dahinter die Geschichte unserer Gesellschaft steckt. Es gab schon immer Regeln an die man sich zu halten hatte. Damals wie heute gibt es Menschen, die über einem stehen und die ihre Vorstellungen von „angemessenem Verhalten“ durchsetzen.

In Zeiten der Adelshäuser und Frondienste gab es keinen Wiederspruch. Es gab kaum Kontakte zwischen den jeweiligen gesellschaftlichen Schichten, geschweige denn Beziehungen und Ehen. Es ist heute noch eine Sensation, wenn ein britischer Prinz eine „Bürgerliche“ ehelicht anstelle von Seinesgleichen. Zuwiederhandlungen wurden oftmals mit harten Strafen bis hin zum Tod bestraft.

In den Haushaltsschulen für Frauen und Mädchen in den 50er und 60er Jahren wurde gelehrt, wie sich die perfekte Ehefrau zu verhalten hat. Zuerst der Mann, dann die Kinder, dann der Haushalt, dann Freunde, Bekannte und soziale Verpflichtungen. Wenn die Frau dann noch Zeit und Kraft hatte, durfte sie sich um ihr Äußeres kümmern, denn toll aussehen sollte sie ja auch noch. Auch der Mann hatte gesellschaftliche Regeln zu beachten. Er hatte das Geld zu verdienen und der Familie einen guten Ruf und Namen zu machen. Scheidungen waren ein sicheres gesellschaftliches „Aus“ ebenso wie die Geburt eines unehelichen Kindes. Zärtliches Verhalten in der Öffentlichkeit war verpöhnt, sexuelle Begegnungen vor der Ehe ein Tabu.

In den Kriegszeiten war eigenständiges Denken und Handeln lebensgefährlich. Anpassung und Schweigen war das oberste Gebot, wenn man einigermaßen glimpflich davon komen wollte. Es gab Vorgaben mit wem man Kontakte halten durfte, was man Lesen durfte und wie man sich zu kleiden hatte.

Diese Beispiele zeigen, wie sehr die Gesellschaft schon immer in Vorgaben und Regeln gefangen war. Wir Menschen haben darum gekämpft freier leben zu dürfen. Mittlerweile hat sich die Gesellschaft etwas gewandelt. Heute sind Scheidungen und Patchworkfamilien normal. Exoten sind heute eher diejenigen, die mit dem Sex bis zur Ehe warten und es gibt kaum mehr Menschen, die ihr Leben lang nur mit einem Partner zusammen sind. Es gibt Hausmänner und Papas die die Kindererziehung übernehmen, während die Frau zur Arbeit geht und das Geld verdient. Es gibt die freie Meinungsäußerung und Frau Merkel wird in Satiren zitiert. Man ist kein Versager, nur weil man bereits mehrere Arbeitgeber im Lebenslauf stehen hat. Die Regierung verfolgt uns nicht, nur weil wir mit unserem afrikanischen Freund gemütlich in einem Café sitzen.

Vieles hat sich gewandelt und für viele Menschen die Orientierung in der Gesellschaft vereinfacht. Doch aktuell steht die Gesellschaft vor neuen Problemen, die geregelt werden müssen.

  • Jugendkriminalität: Nimmt schwindelerregende Ausmaße an; es müssen neue gesellschaftliche Regeln her
  • Homosexuelle: Sind ein Teil unserer Gesellschaft und sollen in Rechten und Pflichten gleichgestellt, akzeptiert und integriert werden
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Hilft die Legalisierung der Drogen? Nach welchen Regeln soll sich die Gesellschaft mit diesen Menschen abgeben? Sollen sie es überhaupt?
  • Sex sells: So freizügig wie heute war die Gesellschaft noch nie. Und ist das denn auch gut für unsere Kinder? Der Stempel Prüde und Verklemmt ist schnell aufgedrückt.
  • Alleinerziehende: Die Scheidungsraten sind hoch wie nie, auch gab es noch nie so viele Singlehaushalte. Die finanzielle Unterstützung dieser Menschen kostet Unsummen.

Das sind nur einige spontane Beispiele. Es gibt sicherlich noch viele mehr.

Wir hatten um die Freiheit gekämpft, um gesellschaftliches Umdenken und Toleranz. Daraus sind neue Probleme entstanden, die nun ihrerseits wieder Regeln und gesellschaftliche Normen erfordern.

Ich denke der „Dinosaurier Anstand“ wird nicht aussterben. Er wandelt sich.

Ich würde mir wünschen, dass diese andlung eine Richtung vorgibt und keinen Zwang. Dass der einzelne Mensch noch Spielräume für seine Individualität und Persönlichkeit hat. Dass der eigene Verstand dabei helfen darf, die gesellschaftlichen Normen sinnvoll unzusetzen. Und vor allem wünsche ich mir, dass für diese Normen kein Mensch um seinLeben fürchten oder flüchten muss!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine nachdenkliche und friedliche Woche

Eure Ruso

21. Januar – Weltknuddeltag

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Jedes Jahr am 21. Januar ist der Tag des Knuddelns, auch Weltknuddeltag genannt (engl. National Hug Day oder National Hugging Day).

Ins Leben gerufen wurde dieser international gefeierte Tag erstmals am 21. Januar 1986 in Clio, Michigan, USA. Der Begründer des Welktknuddeltages, Pfarrer Kevin Zaborney, hatte die Idee, die Menschen wieder mehr zueinander zu bringen. Zaborny entschied sich für den 21. Januar, weil dieser Tag genau zwischen Weihnachten und Valentinstag liegt. Zudem ist es während dieser Zeit oft kalt und dunkel und viele Menschen fühlen sich einsam, deprimiert und verloren.

Zaborny hatte das Gefühl, dass die amerikanische Gesellschaft zu verlegen wäre, um Gefühle in der Öffentlichkeit zu zeigen und wollte dies mit dem Weltknuddeltag ändern. Dass diese Annahme nicht nur für Amerika, sondern für viele Länder dieser Erde gilt, erklärt wohl auch den Erfolg dieses Tages und seinen Fortbestand.

Es gibt schon länger die Vermutung, dass Menschen mit einem guten Sozialkontakt eine bessere psychische und auch physische Entwicklung erleben. Es wird angenommen, dass Umarmungen dabei helfen können ein gutes Immunsystem aufzubauen und das Risiko von Herzerkrankungen, aufgrund der resultierenden Senkung des Blutdruckes, zu verringern. Wie die American Society Psychosomatik herausgefunden hat, kann eine 10 minütige liebevolle Umarmung zwischen zwei sich Liebenden helfen, Stress mit seinen ganzen Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele zu reduzieren.

Paar 2

Wir können dies ja bereits bei unseren Kindern beobachten. Kinder nehmen sich ganz oft in den Arm und auch das Bedürfnis von den Eltern Geherzt und Gedrückt zu werden ist sehr groß. Nur wir Erwachsene mit unserem „Anstandsgefühl“ verbieten uns, das zu geben und zu nehmen was uns gut tut.

Umarmungen fördern die Gesundheit. Was also hält uns noch zurück, uns dieses kostenlose, überall verfügbare „Medikament“ zuzuführen?

Ich erlaube mir heute, Ihnen allen mindestens 10 Umarmungen zu verordnen!!!

Als Risiken müssen Sie mit Ohrfeigen rechnen, wenn Sie es versäumen sollten, vorher um Erlaubnis zu fragen 😉

Und als Nebenwirkungen können Sie sich auf eine Rückumarmung, Freude, Spaß, Lachen und gute Laune einstellen.

Ich empfehle Ihnen, diese Risiken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Sie könnten einen tollen Tag erleben!

Herzliche Umarmung

Ihre Ruso vom Rummelplatzsofa

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/National_Hug_Day

Der Tanz durch´s Leben – eine kleine Hommage

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Heute habe ich Lust zu tanzen.
Ich tanze über meinen Rummelplatz und alle schauen sich nach mir um. Einige schütteln den Kopf, andere zeigen mit dem Finger auf mich und wieder andere lachen mich an oder aus – das kann ich nicht genau einschätzen.

Was allen gemeinsam ist, ist eine Verwunderung und Überraschung die den Menschen ins Gesicht geschrieben steht. Ist es denn so etwas besonderes, wenn jemand tanzt? Na ja ich gebe zu, ich tanze ohne Musik und ohne einen ersichtlichen Grund. Das ist schon besonders oder? Oder ist das schon verrückt?

Ich finde nicht.
Tanz ist Lebensfreude – Ausdruck von Kreativität, Individualität und Liebe.
Im Tanz bin ich ich selbst, da ist mein Herz, mein Körper und mein Verstand in einer tollen Harmonie vereint.

Ich brauche keine Musik. Ich habe meine eigene – in mir drin – der Rhythmus meines Herzens, die Melodie meiner Bewegungen, der Takt meiner Impulse…
Ich brauche keinen Grund. Jeder Tag den ich lebe, gesund bin und aufstehen kann, ist Grund genug zu Tanzen!

„When you dance to your own rhythm,
people may not understand you;
they may even hate you.

But mostly, they´ll wish they had
the courage to do the same.“

Autor: 7b/Sue Fitzmaurire

Ich werde es immer wieder tun, einfach über meinen Rummelplatz tanzen.
Durch mein Leben tanzen!

Und vielleicht lässt genau DU dich von mir inspirieren und anstecken?
Wer weiß, vielleicht tanzen wir beide bald gemeinsam über den Rummel.
Ich würde mich riesig darüber freuen!

Out of the Box – eine kleine Übung außerhalb unserer Gewohnheiten

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Mein Blog soll ein kleiner Perspektivenwechsel sein. Er soll dazu ermuntern, mal einen Blick aus einer anderen Richtung zu riskieren und er soll dazu veranlassen, mit Gewohnheiten zu spielen. Vielleicht schaffe ich es ja auch, mit meinem Blog ein paar kleine Dinge zu verändern 😉

Heute bekommst du von mir eine kleine Übung, die dich ein wenig mit deinen Gewohnheiten spielen lässt, dich ein wenig aus deiner Komfortzone lockt und neue Perspektiven und Möglichkeiten entdecken lässt.

Unser Leben gleicht einer Landschaft. Unsere Möglichkeiten zu Denken und zu Handeln sind Gewohnheiten. Unsere Gewohnheiten sind wie Wege, auf denen wir häufiger gehen, als auf anderen. Wenn wir sie ständig benutzen, dann werden sie zu Autobahnen. Und weil das Fahren auf Autobahnen so bequem ist, wollen wir diese gar nicht mehr verlassen. Wir vergessen die anderen Wege und ignorieren die Ausfahrten.

Doch heute nimmst du mal eine Ausfahrt und schaust, was sich dahinter verbirgt.
Ich empfehle dir, immer mal wieder eine Ausfahrt runter zu fahren, wieder mit deinen Gewohnheiten zu spielen und ganz bewusst Dinge auf eine für dich ungewohnte Weise zu machen.

Nimm heute einfach mal einen anderen Weg wie sonst (z.B. wenn du ins Training läufst, zur Arbeit fährst oder starte im Supermarkt deinen Einkauf mal von den Kassen aus,…)

Suche neue Sichtweisen auf eine vertraute Umgebung und bekannte Situationen (z.B. lege dich in deiner Wohnung auf den Boden und betrachte dein Eigenheim mal aus dieser Perspektive, oder schlafe heute mal auf der linken statt auf der rechten Bettseite,…)

Was wäre das Gegenteil deiner gewohnten Reaktion in einer bestimmten Situation? (z.B. dein Partner kommt schon wieder zu spät nach Hause, deine Kinder streiten sich, du hast etwas vergessen,…) wie würdest du reagieren? Und nun versuche das Gegenteil dessen zu tun 😉

Verändere ein wenig den Ablauf deiner täglichen Routine (zuerst Zähneputzen, dann anziehen, zuerst einen Kaffee holen, dann den PC anschalten,…

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Freude mit diesem kleinen Selbstexperiment.

Da ein Blog ja für viele Menschen gedacht ist, würde ich mich freuen, wenn du deine Ideen und Erfahrungen zu dieser Übung mit uns allen teilen würdest. Das hebt die Spannung und gibt mehr Inspiration. Ich freue mich über jeden konstruktiven Beitrag.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)

Der Leierkastenmann

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Von meinem imaginären Sofa aus kann ich eine wunderbare kleine Melodie hören.
Ich bin neugierig und schaue mich um, woher diese wohl kommen mag.
Ein schrullig wirkender älterer Herr steht am Eck einer Losbude und dreht gedankenversunken an seiner Drehorgel.

Ein nostalgisches und romantisches Bild, wie er so da steht in seinem fadenscheinigen braunen Cordjacket, seinem lichten Silberhaar und seinen Fältchen um den Augen.

Ich sehe mich um und entdecke erstaunt, dass sich niemand für diesen Herren mit seinem kunstvoll bemalten Leierkasten zu interessieren scheint. Eine leise Traurigkeit überkommt mich. Dieser Mann weckt Kindheitserinnerungen in mir. Er berührt mein Herz an einer Stelle, die ich schon längst vergessen glaubte. Ich sehe mich, wie ich mit leuchtenden Augen an der Hand meiner Großmutter über den Rummel geschlendert bin. Mit meinen gerade mal 3 Jahren und meinem geblümten Rüschchenkleid – einen rosa Stoffhasen im Arm. Wie verzaubert stand ich damals wie heute vor diesem alten Mann mit seiner Drehorgel. Die Zeit scheint wie zurückgedreht…

Plötzlich rempelt mich ein vorbei rennender Junge an und reißt mich aus meinen Gedanken. Jäh komme ich in die Realität zurück und bemerke, dass mich der Drehorgelmann sehr freundlich anlächelt. „Na wo warst du denn mit deinen Gedanken?“, fragt er mich mit seiner rauen, tiefen und sehr warmen Stimme. Ich erzähle ihm spontan die Geschichte von mir, meiner Oma und dem Rummel damals. „Leider kann ich mit meiner Oma nicht mehr über den Rummel schlendern. Sie ist mittlerweile 89 Jahre alt und läuft nicht mehr so gut.“

Der Alte nickt verständnisvoll und sagt etwas zu mir, was mich auf lange Zeit begleiten wird: „Die Zeit vergeht sehr schnell. Viel zu schnell. Heute bemerken wir es gar nicht, weil wir so in unserer Hektik und unserem Umtrieb gefangen sind. Schau dir die Menschen an, die hier alle vorbei rennen. Sie alle hetzen dem Konsum und der Oberflächlichkeit hinterher. An was können und wollen sie sich später erinnern? An ihren größten Alkoholrausch und dem damit verbundenen Tanz auf dem Biertisch? An den doppelten Überschlag im Megaturbo-Fahrgeschäft? An fettige Currywurst? Möglich – aber eher unwahrscheinlich.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns für immer in der Erinnerung bleiben. Und genau deshalb stehe ich hier. Inmitten dieser ganzen großen, lauten, bunten Elektronikwelt. Ich bin für die Menschen da, wenn sie mich sehen und hören wollen. Ich bin für sie da, wenn sie träumen und sich verzaubern lassen wollen. So wie du mich gesehen hast und geträumt hast. Ich danke dir sehr dafür, dass du mich bemerkt hast, denn du hast mir heute wieder gezeigt, dass es richtig und wichtig ist, dass ich hier stehe.“

Ich kann nicht anders und umarme diesen liebenswerten alten Herren. Er hat mir heute so viel mehr gegeben, als das Spiel auf seiner Orgel: Er hat mir wieder den Blick auf das Wesentliche, das wirklich Wichtige in unserem Leben geöffnet. Und er hat mein Herz berührt.

Ich werde ihn nie vergessen – den Leierkastenmann und seine Botschaft.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)