Verstand contra Herzenswünsche

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Verstand contra Herzenswünsche

Wir Menschen sind ein seltsames Völkchen.

Sind wir doch mit einer so umfangreichen Intelligenz und einem ausgereiften Verstand gesegnet, so benutzen wir genau diesen, um uns von unseren Herzenswünschen zu trennen.

Unser Verstand entscheidet meist über die wichtigsten Fragen unseres Lebens:

  • Welche Ausbildung ist sinnvoll?
  • Das kann ich mir nicht leisten!
  • Das muss jetzt unbedingt erledigt werden!
  • Ist dieser Mensch der standesgemäße Partner für mich?
  • Kinder oder Karriere?
  • Trennung oder Weiterkämpfen? Aber was wird dann aus dem Haus, den kindern, dem Geld,…?

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Alltäglichkeiten die uns beschäftigt.

 

Meist wenden wir die Taktik des Aufrechnens an, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen.

Kosten, Nutzen, Ansehen und vermeintliche Sicherheit geht vor. Unser Bauchgefühl, welches als „Sendeorgan“ unserer Herzenswünsche fungiert, wird ignoriert.

Sprüche wie: „Spaß kann man nicht essen“, „Davon kannst du dir später nichts kaufen“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ kennt jeder und nutzt jeder um sich selbst davon zu überzeugen, dass das was er gerade tut gut ist. Auch wenn sein Körper (Bauch) eindeutige Signale sendet, dass dem nicht so ist.

Wir nutzen unseren Verstand dazu, uns mit vielen Argumenten dazu zu bringen unsere Herzenswünsche zu ignorieren und uns stattdessen weitläufigen Meinungen unterzuordnen, was denn gut für uns ist und was sich gehört.

 

Was macht es uns so schwer, auf unser Herz zu hören?

Fürchten wir, dadurch nicht mehr in die Norm zu passen?

Plagt uns die Sorge um das Wohlergehen unserer Kinder/Partner/Eltern?

Sind wir einfach so erzogen worden?

man sieht nur...

 

Ich stelle mir ernsthaft die Frage, was daran falsch sein soll, wenn ich beispielsweise aus tiefster Überzeugung meinem Herzen folge und meinen jahrelangen gutbezahlten Job in der Führungeposition an den Nagel hänge, um endlich die Ausbildung zu machen, von der ich schon mein Leben lang träume?

Ich bin ein Träumer? Naiv? – Vielleicht – vielleicht auch nicht.

Nichts im Leben hat Bestand. Kein Job, keine Partnerschaft, kein Haus nicht mal unser Leben selbst.

Und genau das ist doch der Punkt.

 

Wir leben das Leben der anderen und nicht unseres.

Wir erfüllen Verträge & Vorgaben, gesellschaftliche & familiäre Regeln, halten uns an Gesetze, ordnenuns Systemen unter, zahlen bereitwillig alles was andere von uns haben wollen und noch vieles mehr.

Das Leben ist Wandel. Und so wandeln sich auch unsere Ansichten, Erfahrungen und Wünsche.

Im Laufe des Lebens kommt vieles zu uns und vieles verlässt uns wieder.

 

Wenn wir nur auf unseren Verstand hören – wann leben wir dann?

Irgendwann, und das wird schneller sein, als jeder von uns es für möglich hält, ist es zu spät.

 

Ich persönlich möchte nicht mit dem Gedanken sterben, dass ich mein Leben gut organisiert bekommen habe und dass ich immer die besten Entscheidungen getroffen habe.
Nein, ich möchte mit dem Gedanken sterben gelebt zu haben – nicht perfekt – aber ganz im Sinne von Frank Sinatra: I did it my way!

 

Quelle: Youtube, akjgo1994, Frank Sinatra, My Way, With Lyrics

 

Hirnverrenkungen über Beständigkeit

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Was ist Beständigkeit?

Diese Frage beschäftigt mich heute ganz besonders. Bei diesem Wort kommen in mir ganz viele gemischte Gefühle hoch. Es kommt Sehnsucht, aber auch Angst hoch. Es kommen Wut, Trauer und Verzweiflung. Eine Suche nach Hoffnung, ein schweres Herz, Enge in der Brust…

Ich entscheide mich genauer hinzusehen.

Was ist Beständigkeit?

Wikipedia definiert es so:

Beständigkeit steht für

gegenständliche Bedeutungen:

Im philosophisch-psychologischen Sinn:

Doch was ist Beständigkeit für mich? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn jeder Gedanke ist wieder mit unterschiedlichen Gefühlen gepaart. Denke ich an eine beständige Partnerschaft, dann kommt eine unglaubliche Sehnsucht in mir hoch. Eine Sehnsucht nach Liebe, Vertrauen und Zukunft. Gleichzeitig meldet sich auch die Angst. Die Angst eingesperrt oder gefesselt zu sein in einer Beziehung. Die Angst an etwas festzuhalten, das ich eigentlich doch nicht will.

Wenn ich an einen beständigen Arbeitsplatz denke, dann fallen mir Begriffe wie Zwang, Verpflichtung und Disziplin ein. Aber auch Sicherheit, Unabhängigkeit und ein Hauch von Luxus.

Sicherheit fällt mir auch ein, wenn ich an beständige Freundschaften denke. Begriffe wie Freude, Verantwortung, Gemeinsamkeit fallen mir hier ein. Als Gefühl meldet sich wieder die Sehnsucht, denn eine beständige Freundschaft ist ein großer Wunsch von mir. Es kommt auch Wut. Wut auf mich selbst, dass ich es nicht schaffe, mir eine solche Freundschaft aufzubauen und es kommt die Traurigkeit darüber.

Ich stelle gerade fest, dass ich sehr beständig bin in meiner Denkweise und wie ich diese hier aufschreibe. Ja mein Gedankenkarussell ist sehr beständig. Auch die Tatsache, dass in meinem Leben bisher nichts wirklich beständig war, ist ein sehr beständiger Kreislauf. Hier wünsche ich mir allerdings mehr Unbeständigkeit. Meine Gedanken dürften sich gerne mal andersrum drehen…

Daraus ergibt sich doch ein Paradoxon oder findet ihr nicht?

In dem was beständig ist möchte ich Unbeständigkeit. In dem Bereich wo Unbeständigkeit herrscht, wünsche ich mir Beständigkeit.

Wenn wir das nun als Gesetzmäßigkeit festlegen, dann ist das Streben nach Beständigkeit gleich dem Streben nach Unbeständigkeit.

Somit ist das Streben nach Beständigkeit genauso beständig wie das Streben nach Unbeständigkeit.

Womit bewiesen wäre: nichts im Leben ist beständig außer die Unbeständigkeit.

Ob uns das gefällt oder nicht.

Und mit dieser Erkenntnis wünsche ich euch einen tollen Tag!

Foto: © diuno – Fotolia.com

Schockbilder am heimischen Kühlschrank?

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Eine kleine abenteuerliche Gedankenreise erwartet euch:

Kennt ihr das Gefühl, dass nichts im Leben schnell genug gehen kann?

Man kann nicht schnell genug lernen, nicht schnell genug arbeiten, nicht schnell genug von „A“ nach „B“ gelangen, nicht schnell genug auf die letzte SMS antworten, nicht schnell genug seine Ziele erreichen, nicht schnell genug seine Kinder zu hoch entwickelten Hochleistungsindividuen erziehen, nicht schnell genug ins Wochenende starten,…

(Ich könnte jetzt unendlich weiter aufzählen.)

Ich nehme mir nur schnell Zeit einen Happen zu essen, ich muss nur schnell noch wo vorbei, nur schnell noch kurz Zähne putzen, nur schnell noch diese Mail beantworten, nur schnell noch jemandem zum Geburtstag gratulieren, bevor ich… weiter… renne…

Ich fühle mich gerade nur allein vom Schreiben dieses Textes schon gestresst.

Geht es euch beim Lesen auch so?

Wenn ich ehrlich bin und versuche ganz objektiv hinzuschauen, dann finde ich einige dieser Aussagen in meinem Leben wieder. Und das macht mich nun doch nachdenklich. Was tue ich mir damit eigentlich an? Ich ignoriere mich und meine Bedürfnisse – schlimmer noch – ich zerstöre mich Stück für Stück selbst.

Denn wenn ich nicht irgendwann mit BurnOut oder Depressionen in einer Klinik lande, so dann sehr wahrscheinlich mit Magenproblemen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Aktuell sind große Diskussionen in den Medien bezüglich der Schockbilder, welche aufgrund des Beschlusses des Europäischen Parlaments ab 2016 auf alle Zigarettenpackungen gedruckt werden sollen. Hiermit sollen die Raucher auf das Gesundheitsrisiko hingewiesen werden, welches sie durch das Rauchen eingehen. Im besten Fall sollen diese Bilder abschrecken, vom Rauchen lösen und einer gesünderen Lebensführung den Weg ebnen.

Ich persönlich sehe einen guten Ansatz hinter dieser Aktion.

Human Heart Attack Time Bomb

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Ich würde sogar noch weiter gehen: künftig werden in allen Büros und Werkshallen große Fotos von Herzinfarkt-OPs oder „ausgebrannten“ Menschen mit dem Slogan: „Stress schadet der Gesundheit!“, aufgehängt.

Jede Wohneinheit wird gesetzlich verpflichtet, am Kühlschrank ein ebensolches Foto aufzuhängen und in öffentlichen Gebäuden weisen Plakate auf die Gesundheitsgefährdung durch Stress hin.

Es wird Aufklärungsveranstaltungen geben, auf denen die Menschen lernen wie wichtig und richtig es ist auch mal NEIN zu sagen und in Workshops lernen sie dies umzusetzen und wieder selbstbestimmter, achtsamer und verantwortungsvoller mit ihrer Gesundheit und damit mit ihrem Leben umzugehen.

Und wenn das alles langsam aber sicher in der Gesellschaft ankommt und umgesetzt wird, dann kann ein globales Umdenken einsetzen. Die Menschen werden wieder gesünder sein, für Gemeinschaft, Freundschaft, Nächstenliebe und Nähe wird wieder Platz sein, Kriminalität wird sich reduzieren, stressbedingter Drogenmissbrauch wird zurückgehen, Kinder werden wieder spielen können – es wird wieder Zeit zum Leben geben.

Wäre das nicht auch ein toller Ansatz?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Kommentare! Diskussion ist ausdrücklich erwünscht!

Foto: © freshidea – Fotolia.com