Der Anstand – ein aussterbender Dinosaurier?

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Wer kennt nicht so Sätze wie: „Das tut man nicht!“, „Das gehört sich nicht!“, „Sei anständig und brav!“ oder „Der Anstand gebietet es, dass…!“.

Sehr viele Menschen wurden mit diesen Sätzen erzogen und es wurden oft Strafen verhängt, wenn raus kam, dass man sich nicht daran gehalten hat.

Doch wer gibt eigentlich vor was „sich gehört“ und was nicht? Wer stellt diese Regeln auf und diktiert was die Norm tut und was nicht?

Ich vermute, dass dahinter die Geschichte unserer Gesellschaft steckt. Es gab schon immer Regeln an die man sich zu halten hatte. Damals wie heute gibt es Menschen, die über einem stehen und die ihre Vorstellungen von „angemessenem Verhalten“ durchsetzen.

In Zeiten der Adelshäuser und Frondienste gab es keinen Wiederspruch. Es gab kaum Kontakte zwischen den jeweiligen gesellschaftlichen Schichten, geschweige denn Beziehungen und Ehen. Es ist heute noch eine Sensation, wenn ein britischer Prinz eine „Bürgerliche“ ehelicht anstelle von Seinesgleichen. Zuwiederhandlungen wurden oftmals mit harten Strafen bis hin zum Tod bestraft.

In den Haushaltsschulen für Frauen und Mädchen in den 50er und 60er Jahren wurde gelehrt, wie sich die perfekte Ehefrau zu verhalten hat. Zuerst der Mann, dann die Kinder, dann der Haushalt, dann Freunde, Bekannte und soziale Verpflichtungen. Wenn die Frau dann noch Zeit und Kraft hatte, durfte sie sich um ihr Äußeres kümmern, denn toll aussehen sollte sie ja auch noch. Auch der Mann hatte gesellschaftliche Regeln zu beachten. Er hatte das Geld zu verdienen und der Familie einen guten Ruf und Namen zu machen. Scheidungen waren ein sicheres gesellschaftliches „Aus“ ebenso wie die Geburt eines unehelichen Kindes. Zärtliches Verhalten in der Öffentlichkeit war verpöhnt, sexuelle Begegnungen vor der Ehe ein Tabu.

In den Kriegszeiten war eigenständiges Denken und Handeln lebensgefährlich. Anpassung und Schweigen war das oberste Gebot, wenn man einigermaßen glimpflich davon komen wollte. Es gab Vorgaben mit wem man Kontakte halten durfte, was man Lesen durfte und wie man sich zu kleiden hatte.

Diese Beispiele zeigen, wie sehr die Gesellschaft schon immer in Vorgaben und Regeln gefangen war. Wir Menschen haben darum gekämpft freier leben zu dürfen. Mittlerweile hat sich die Gesellschaft etwas gewandelt. Heute sind Scheidungen und Patchworkfamilien normal. Exoten sind heute eher diejenigen, die mit dem Sex bis zur Ehe warten und es gibt kaum mehr Menschen, die ihr Leben lang nur mit einem Partner zusammen sind. Es gibt Hausmänner und Papas die die Kindererziehung übernehmen, während die Frau zur Arbeit geht und das Geld verdient. Es gibt die freie Meinungsäußerung und Frau Merkel wird in Satiren zitiert. Man ist kein Versager, nur weil man bereits mehrere Arbeitgeber im Lebenslauf stehen hat. Die Regierung verfolgt uns nicht, nur weil wir mit unserem afrikanischen Freund gemütlich in einem Café sitzen.

Vieles hat sich gewandelt und für viele Menschen die Orientierung in der Gesellschaft vereinfacht. Doch aktuell steht die Gesellschaft vor neuen Problemen, die geregelt werden müssen.

  • Jugendkriminalität: Nimmt schwindelerregende Ausmaße an; es müssen neue gesellschaftliche Regeln her
  • Homosexuelle: Sind ein Teil unserer Gesellschaft und sollen in Rechten und Pflichten gleichgestellt, akzeptiert und integriert werden
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Hilft die Legalisierung der Drogen? Nach welchen Regeln soll sich die Gesellschaft mit diesen Menschen abgeben? Sollen sie es überhaupt?
  • Sex sells: So freizügig wie heute war die Gesellschaft noch nie. Und ist das denn auch gut für unsere Kinder? Der Stempel Prüde und Verklemmt ist schnell aufgedrückt.
  • Alleinerziehende: Die Scheidungsraten sind hoch wie nie, auch gab es noch nie so viele Singlehaushalte. Die finanzielle Unterstützung dieser Menschen kostet Unsummen.

Das sind nur einige spontane Beispiele. Es gibt sicherlich noch viele mehr.

Wir hatten um die Freiheit gekämpft, um gesellschaftliches Umdenken und Toleranz. Daraus sind neue Probleme entstanden, die nun ihrerseits wieder Regeln und gesellschaftliche Normen erfordern.

Ich denke der „Dinosaurier Anstand“ wird nicht aussterben. Er wandelt sich.

Ich würde mir wünschen, dass diese andlung eine Richtung vorgibt und keinen Zwang. Dass der einzelne Mensch noch Spielräume für seine Individualität und Persönlichkeit hat. Dass der eigene Verstand dabei helfen darf, die gesellschaftlichen Normen sinnvoll unzusetzen. Und vor allem wünsche ich mir, dass für diese Normen kein Mensch um seinLeben fürchten oder flüchten muss!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine nachdenkliche und friedliche Woche

Eure Ruso

21. Januar – Weltknuddeltag

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Jedes Jahr am 21. Januar ist der Tag des Knuddelns, auch Weltknuddeltag genannt (engl. National Hug Day oder National Hugging Day).

Ins Leben gerufen wurde dieser international gefeierte Tag erstmals am 21. Januar 1986 in Clio, Michigan, USA. Der Begründer des Welktknuddeltages, Pfarrer Kevin Zaborney, hatte die Idee, die Menschen wieder mehr zueinander zu bringen. Zaborny entschied sich für den 21. Januar, weil dieser Tag genau zwischen Weihnachten und Valentinstag liegt. Zudem ist es während dieser Zeit oft kalt und dunkel und viele Menschen fühlen sich einsam, deprimiert und verloren.

Zaborny hatte das Gefühl, dass die amerikanische Gesellschaft zu verlegen wäre, um Gefühle in der Öffentlichkeit zu zeigen und wollte dies mit dem Weltknuddeltag ändern. Dass diese Annahme nicht nur für Amerika, sondern für viele Länder dieser Erde gilt, erklärt wohl auch den Erfolg dieses Tages und seinen Fortbestand.

Es gibt schon länger die Vermutung, dass Menschen mit einem guten Sozialkontakt eine bessere psychische und auch physische Entwicklung erleben. Es wird angenommen, dass Umarmungen dabei helfen können ein gutes Immunsystem aufzubauen und das Risiko von Herzerkrankungen, aufgrund der resultierenden Senkung des Blutdruckes, zu verringern. Wie die American Society Psychosomatik herausgefunden hat, kann eine 10 minütige liebevolle Umarmung zwischen zwei sich Liebenden helfen, Stress mit seinen ganzen Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele zu reduzieren.

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Wir können dies ja bereits bei unseren Kindern beobachten. Kinder nehmen sich ganz oft in den Arm und auch das Bedürfnis von den Eltern Geherzt und Gedrückt zu werden ist sehr groß. Nur wir Erwachsene mit unserem „Anstandsgefühl“ verbieten uns, das zu geben und zu nehmen was uns gut tut.

Umarmungen fördern die Gesundheit. Was also hält uns noch zurück, uns dieses kostenlose, überall verfügbare „Medikament“ zuzuführen?

Ich erlaube mir heute, Ihnen allen mindestens 10 Umarmungen zu verordnen!!!

Als Risiken müssen Sie mit Ohrfeigen rechnen, wenn Sie es versäumen sollten, vorher um Erlaubnis zu fragen 😉

Und als Nebenwirkungen können Sie sich auf eine Rückumarmung, Freude, Spaß, Lachen und gute Laune einstellen.

Ich empfehle Ihnen, diese Risiken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Sie könnten einen tollen Tag erleben!

Herzliche Umarmung

Ihre Ruso vom Rummelplatzsofa

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/National_Hug_Day