Alban Hevin – ein Friedensfestival zur Sommersonnenwende – und was es mit mir machte

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Ich habe in den vergangenen Tagen gelernt, wie schön Freiheit sein kann. Die Ketten meiner Flügel mit Hilfe vieler lieber Menschen abzustreifen, mich von ihnen tragen zu lassen und die herzberührende Erfahrung zu machen, getragen zu werden. Diese Erfahrung durfte ich auf dem Alben Hevin Festival in Dießen am Ammersee machen.

Die Veranstalter hatten großen Mut und noch mehr Herzblut bewiesen dieses Festival zu kreieren.
Eine Drei-Tage-Veranstaltung mit komplettem Rahmenprogramm für freien Eintritt!
Die Idee dahinter: Jeder sollte die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen!
Sämtliche Künstler, Musiker, Schamanen und alle, die mitgearbeitet hatten, haben dies ohne Gage getan, wie Claudia Sieber-Bethke bei ihrer Eröffnungsrede bestätigte. Was für eine tolle Sache, wie ich finde!

Claudia hat es vorgemacht: Sie hat ihre Flügel gestreckt, ihr Herz und ihren Mut vorausgeworfen und ist hinterher gesprungen. Sie und alle Mitwirkenden haben etwas Unglaubliches gezaubert.

Ich bin am Freitag angekommen und hatte das Gefühl zu Hause zu sein. Ich bin, auch Dank Spirit Bears (Phillip Kansa) eindrucksvollen Vorträgen, von einem Hoch ins Tief gefallen und wurde doch weiter getragen.

 

Sommersonnenwendfeuer auf Alban Hevin

Sommersonnenwendfeuer auf Alban Hevin
Bildquelle: http://www.lichtseelen.com – Axel Hebenstreit

Ich habe ein neues Wort gelernt: Eigenmächtig. Und das Wort Freiheit! Ich habe mein zweites Krafttier endlich anerkennen können – jetzt darf ich mit ihm tanzen! All das war und ist Alban Hevin. All das waren und sind – WIR – wir alle gemeinsam! Eine Gemeinschaft aus Liebe, Wertfreiheit und Angenommen Sein.
Ein Netz von und für Spirits, ein Netz von und für jeden, der sich darauf einlassen will.

Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich am Freitagmorgen bei Beginn des Festivals noch war. Ich spüre genau – es kommt etwas Großes auf mich zu und es wird um so vieles schöner sein, als das was war. Hierfür danke ich Alban Hevin! Dieses Festival gab meiner und unser aller Seelen einen Raum. Den Raum uns zu finden, den Raum uns zu tragen und den Raum ein Netz zu spinnen, welches Zeit und Raum überdauern wird.

Tolle Impressionen und Hintergrundinfos zum Festival findet ihr hier: http://www.alban-hevin.de/ und hier: https://www.facebook.com/Sommersonnwendfeier. Viel Spaß beim Eindrücke sammeln!

Schockbilder am heimischen Kühlschrank?

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Eine kleine abenteuerliche Gedankenreise erwartet euch:

Kennt ihr das Gefühl, dass nichts im Leben schnell genug gehen kann?

Man kann nicht schnell genug lernen, nicht schnell genug arbeiten, nicht schnell genug von „A“ nach „B“ gelangen, nicht schnell genug auf die letzte SMS antworten, nicht schnell genug seine Ziele erreichen, nicht schnell genug seine Kinder zu hoch entwickelten Hochleistungsindividuen erziehen, nicht schnell genug ins Wochenende starten,…

(Ich könnte jetzt unendlich weiter aufzählen.)

Ich nehme mir nur schnell Zeit einen Happen zu essen, ich muss nur schnell noch wo vorbei, nur schnell noch kurz Zähne putzen, nur schnell noch diese Mail beantworten, nur schnell noch jemandem zum Geburtstag gratulieren, bevor ich… weiter… renne…

Ich fühle mich gerade nur allein vom Schreiben dieses Textes schon gestresst.

Geht es euch beim Lesen auch so?

Wenn ich ehrlich bin und versuche ganz objektiv hinzuschauen, dann finde ich einige dieser Aussagen in meinem Leben wieder. Und das macht mich nun doch nachdenklich. Was tue ich mir damit eigentlich an? Ich ignoriere mich und meine Bedürfnisse – schlimmer noch – ich zerstöre mich Stück für Stück selbst.

Denn wenn ich nicht irgendwann mit BurnOut oder Depressionen in einer Klinik lande, so dann sehr wahrscheinlich mit Magenproblemen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Aktuell sind große Diskussionen in den Medien bezüglich der Schockbilder, welche aufgrund des Beschlusses des Europäischen Parlaments ab 2016 auf alle Zigarettenpackungen gedruckt werden sollen. Hiermit sollen die Raucher auf das Gesundheitsrisiko hingewiesen werden, welches sie durch das Rauchen eingehen. Im besten Fall sollen diese Bilder abschrecken, vom Rauchen lösen und einer gesünderen Lebensführung den Weg ebnen.

Ich persönlich sehe einen guten Ansatz hinter dieser Aktion.

Human Heart Attack Time Bomb

Human Heart Attack Time Bomb

Ich würde sogar noch weiter gehen: künftig werden in allen Büros und Werkshallen große Fotos von Herzinfarkt-OPs oder „ausgebrannten“ Menschen mit dem Slogan: „Stress schadet der Gesundheit!“, aufgehängt.

Jede Wohneinheit wird gesetzlich verpflichtet, am Kühlschrank ein ebensolches Foto aufzuhängen und in öffentlichen Gebäuden weisen Plakate auf die Gesundheitsgefährdung durch Stress hin.

Es wird Aufklärungsveranstaltungen geben, auf denen die Menschen lernen wie wichtig und richtig es ist auch mal NEIN zu sagen und in Workshops lernen sie dies umzusetzen und wieder selbstbestimmter, achtsamer und verantwortungsvoller mit ihrer Gesundheit und damit mit ihrem Leben umzugehen.

Und wenn das alles langsam aber sicher in der Gesellschaft ankommt und umgesetzt wird, dann kann ein globales Umdenken einsetzen. Die Menschen werden wieder gesünder sein, für Gemeinschaft, Freundschaft, Nächstenliebe und Nähe wird wieder Platz sein, Kriminalität wird sich reduzieren, stressbedingter Drogenmissbrauch wird zurückgehen, Kinder werden wieder spielen können – es wird wieder Zeit zum Leben geben.

Wäre das nicht auch ein toller Ansatz?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Kommentare! Diskussion ist ausdrücklich erwünscht!

Foto: © freshidea – Fotolia.com

The best things in life are free…

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Vor einiger Zeit ist mir etwas Wunderbares passiert.

Ich kam gerade aus dem Bahnhof heraus gelaufen, als mich ein Mädel mit einem Pappschild ansprach.

Auf diesem Schild stand: Hugs for free – kostenlose Umarmungen

Zuerst war ich irritiert, aber dann konnte ich nicht wiederstehen und musste dieses liebe Geschöpf einfach umarmen.

Mein Tag war nach dieser spontanen Aktion um ganz viele Sonnenstrahlen reicher (obwohl es regnete 😉 )

httpswww.facebook.com top10homeremedies

Vielleicht habe ich irgendwann selbst einmal den Mut, mich mit einem Pappschild um den Hals in die Fußgängerzone zu stellen und Umarmungen zu verschenken. Einfach so… weil es saugut tut!!!!

Ich wünsche euch heute einen wunderbaren Tag! Und vielleicht habt ihr ja Lust, so ganz spontan jemanden in den Arm zu nehmen?

Kleiner Tip: Sagt eurem Gegenüber zuerst was ihr vorhabt, sonst könnte derjenige spontan die Flucht ergreifen – und das wäre nun nicht ganz im Sinne des Erfinders 😉

Quelle Foto: https://www.facebook.com/top10homeremedies

Nähe und Distanz – ein ganz normaler Kuschelabend

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Leider ist es schon sehr lange her, dass ich mal einfach nur in den Arm genommen worden bin. Einfach so – ohne Hintergedanken, ohne Grund und ohne Verpflichtung.

Ich vermisse dieses Gefühl so sehr, dass es sich zu einer großen Sehnsucht entwickelt hat.

 

Dann stand ich an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden konnte, etwas an dieser Situation zu ändern. Ich habe meinen freund Google gefragt, ob er mir etwas raten kann und er schlug mir vor, es mal mit einer „Kuschelparty“ zu versuchen.

 

Jetzt kam natürlich gleich der Gedanke hoch, dass es sich hier bestimmt um ein verkapptes Erotikevent handelt, aber neugierig war ich dann doch. Und so habe ich mich durch diverse Kuschelparty-Homepages gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das mal ausprobieren möchte.

 

Auf den Seiten wurde beschrieben, wie so ein Abend abläuft und wie die Regeln sind.

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass die Klamotten an bleiben, kein Gefummel und kein sexuell geartetes Verhalten geduldet wird und ständig ein Moderator anwesend ist, der dafür Sorge trägt, dass keiner die Regeln bricht, habe ich meine Tasche gepackt und bin zum Treffpunkt gefahren.

 

So ein bissl Bammel hatte ich schon, weil es kann ja viel geschrieben werden im Netz – wer sagt denn, dass das nachher auch wirklich so ist…?

Also bin ich recht unsicher und nervös die Treppe zum Dojo hinaufgestiegen. Dort bin ich gleich als Newcomerin entlarvt worden und nach einer sehr herzlichen Begrüßung habe ich mich in meine Joggingklamotten geschmissen und bin zielstrebig Richtung Kuschelraum marschiert.

 

Ich war sehr erstaunt, dass so viele Menschen dort waren. Knapp 30 Menschen unterschiedlichen Alters und Charakters waren anzutreffen.

 

Der Abend wurde mit einer schmissigen Tanzrunde eröffnet, welche die Stimmung etwas lockern und den Kopf frei machen sollte, um sich auf das Kommende einzustimmen.

Nach der Tanzrunde gab es eine kurze Vorstellungsrunde, bei der ich feststellen konnte, dass noch einige andere außer mir das erste Mal bei einem Kuschelabend waren. Da war ich dann etwas beruhigter und konnte dem Abend gelassener entgegensehen.

 

Es folgten einige Übungen zur Kontaktaufnahme, wie beispielsweise seinem Gegenüber die Hände zu geben und zu führen, bzw sich führen zu lassen oder die Übung, sich Rücken an Rücken zu stellen und so zu tanzen. Der Moderator schaffte es das Ganze mit Witz und Charme rüberzubringen, was der Stimmung immens gut tat.

 

Es folgte ein Ritual, bei welchem sich Gruppen von fünf Personen zu einem Kreis formierten. Immer abwechselnd durfte sich einer in die Mitte des Kreises stellen und die Außenstehenden durften den/die in der Mitte ganz langsam und achtsam berühren. Was sehr gut rübergebracht wurde, war die Möglichkeit sich jederzeit von den Berührungen oder dem ganzen Geschehen zu distanzieren. „Nähe erhalten aber nicht ertragen“ war die Devise. Das war wichtig, denn ich habe an mir selbst gemerkt, dass ich dazu neige, dinge mit mir machen zu lassen, die mir eigentlich zu viel sind. Und ich hatte an diesem Abend eine tolle Gelegenheit, einmal „Nein“-sagen zu üben.

 

Nach dem alle der Fünfergruppe einmal in der Mitte gestanden sind, gab es eine Pause mit kleinen Snacks. Was mich sehr verwundert hat, war die Ruhe in dem Raum. Kaum jemand sprach, jeder war ganz bei sich und zufrieden. Das war mal eine sehr schöne Erfahrung, nicht immer alles gleich totquatschen zu müssen. Ich habe das sehr genossen!

Paar 2 

Nach der Pause setzten wir uns alle in einen Kreis. Wir sollten dann im Vierfüsslerstand durch die Mitte des Kreises auf die gegenüberliegende Seite krabbeln. Als in der Mitte ein Riesentumult ausbrach, sagte der Moderator, wir sollen und einfach an Ort und Stelle fallen lassen und hinlegen – so schnell bildet man ein menschliches Wollknäuel 😉 erstaunlich 😉

 

Wir sollten einfach mal in Kontakt mit der Situation und den anderen Teilnehmern kommen.

Als es gerade anfing bequem zu werden, wurden wir vom Moderator wieder „aufgescheucht“. Er ließ und nochmals durch den Raum laufen und dann sollten wir eine Menschenschlange bilden. Und zwar sollten am Anfang der Schlange die Leute sein, die sehr viel Kuschelbedarf hatten und mitten ins Geschehen wollten und am ende der Schlange sollten diejenigen gehen, die etwas mehr Distanz, Kontrolle und Freiheit benötigten.

 

Ich traute der ganzen Geschichte noch nicht so wirklich und reihte mich deshalb ziemlich gegen Ende der Schlange ein. Nun ließ uns der Moderator eine Spirale gehen und als diese schön eng war, sollten wir uns wieder fallen lassen. Schön war nun, dass ich einen tollen Platz am Rande des Geschehens hatte und mir somit mein Freiraum geblieben war, den ich momentan noch brauchte.

 

Von ganz allein fanden nun Hände zu Händen, der eine Kopf lag auf dem Bauch des anderen, Beine überkreuz, eine Hand an einem Fuß von jemand anderem, Körper an Körper, Kopf auf Schulter eines anderen,… also jeder kuschelte und schmiegte sich an.

Erstaunlicherweise lief der ganze Abend wirklich ohne Gegrabsche oder Gefummel ab. Im Gegenteil, ich war erstaunt, als ich bemerkte, dass ich selbst auch keinerlei Interesse daran hatte, mir nur Gedanken in diese Richtung zu machen. Dafür habe ich die Nähe und die Streicheleinheiten viel zu sehr genossen.

 

Und siehe da, im Laufe der Zeit, hatte ich mich von ganz allein immer weiter in die Gruppe hineingekuschelt. Ich lag nun nicht mehr ganz am Rand wie zu Anfang, sondern mitten drin.

Ich kam mit den unterschiedlichsten Gefühlen in Kontakt. Da war die Angst, mir etwas zu gönnen, „was ich ja gar nicht verdient habe“, oder der Gedanke, dass „ich mir selbst im Wege stehe“, aber auch der Gedanke, dass „ich vertrauen darf und dieses Vertrauen nicht missbraucht wird“ kam hoch und fühlte sich sehr sehr gut an.

 

Dieser Abend war eine tolle und ganz extreme Selbsterfahrung für mich. Ich habe tolle Menschen auf eine Art und Weise kennenlernen dürfen, wie man es normalerweise nicht unbedingt tut. Von den meisten kenne ich noch nicht einmal den Namen. Das macht aber auch nichts, denn jeder hat auf seine Art ganz viel gegeben und ganz viel bekommen. Jeder einzelne war richtig und wichtig – genau so wie er/sie war und ist. Da braucht es keine Oberflächlichkeiten wie Namen. Und doch würde ich mich sehr freuen, das eine oder andere Gesicht einmal wiederzusehen.

 

Denn eines ist sicher: das war nicht mein letzter Kuschelabend, sondern mein Erster!!!

 

 Mich würde jetzt noch brennend interessieren, was du über so einen Kuschelabend denkst. Wäre das auch was für dich? Was hast du für eine Meinung hierzu? Ich bin schon ganz gespannt, auf Deine Kommentare und Beiträge!

So wichtig sind gemeinsame Mahlzeiten

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Wer kennt es nicht, das Bild von Indianern oder Ureinwohnern, die gemeinsam um ihr Feuer herum sitzen, gemeinsam essen und reden?

Dieses Bild ist so ursprünglich, dass einem sehr schnell bewusst wird, dass dieses „gemeinsam Essen“ schon immer ein wichtiger Teil der gesellschaftlichen Kultur war.
Ein gemeinsames Essen schafft Verbindung und fördert Nähe und Zusammenhalt.
Es entsteht ein Raum der die Kommunikation und den gegenseitigen Austausch fördert.

Der alte Satz „beim Essen redet man nicht“ ist vielen Menschen anerzogen worden.
Das ist schade und nicht zeitgemäß. In der heutigen Gesellschaft gibt es kaum mehr Platz für gemütliches Beisammensein und den Austausch miteinander.
Umso wichtiger ist es daher, dies bei gemeinsamen Mahlzeiten zu pflegen.
Sei es mit der Familie, den Kollegen in der Mittagspause oder einer gemütlichen Einkehr nach der Musikprobe. Es findet ein reger Austausch von Neuigkeiten, Eindrücken und Emotionen statt, die uns helfen, unseren eigenen Horizont zu erweitern und neue Perspektiven wahrzunehmen.

Dies ist vor allem für Kinder sehr wichtig.
Sie können in der Kommunikation mit den Eltern ihre Eindrücke verarbeiten, sich Zuspruch und Rat holen und ihre Sorgen teilen. Eltern haben hierdurch Gelegenheit frühzeitig zu erkennen wo sich Probleme auftun und können gezielt gegensteuern.

Kinder sind Nachahmer und somit können Eltern mit gemeinsamen Mahlzeiten auch die Essgewohnheiten der Kinder steuern. Was wird gegessen, wie wird gegessen und vor allem wie viel wird gegessen? All dies können Kinder sich von ihren Eltern abschauen. Familienmahlzeiten prägen was Menschen ihr Leben lang gerne mögen. Die Gemüsesuppe nach Omas Lieblingsrezept, Mamas leckere Pasta oder Papas Grillspieße im Sommer auf der Terrasse…

Tisch

Ein viel verbreiteter „Brauch“ ist es mittlerweile, dass neben dem Essen der Fernseher läuft. Dies verhindert allerdings, dass Gespräche zustande kommen und das Gefühl der Verbundenheit entsteht.
Es wird über die Nachrichten diskutiert, mit Günter Jauch gerätselt oder die Fußballer angespornt. Jeder ist für sich isoliert und nimmt am Familiengeschehen nicht wirklich teil. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die Zeit des Essens wirklich ganz bewusst mit seiner Familie zu verbringen und den Fernseher ausgeschaltet zu lassen.

Ich kenne einige Familien, in denen gibt es kaum gemeinsame Mahlzeiten.
Die äußeren Umstände, wie beispielsweise Schichtarbeit, scheinen dies unmöglich zu machen.

Doch wenn wir den Wert der gemeinsam verbrachten Zeit erkennen, dann haben wir einen Anreiz, Gelegenheiten für gemeinsame Mahlzeiten einzurichten. Sei es als Picknick am Wochenende mit der Familie, eine Kaffeepause mit Kollegen zwischendurch oder ein Frühaufsteherfrühstück mit den Kindern vor der Run zur Arbeit losgeht.

Wir können an den kommenden Tagen mal ganz bewusst die Zeit des gemeinsamen Essens mit unseren Lieben genießen. Und vielleicht möchten wir uns für die Zukunft genau dies vornehmen: Regelmäßig in geselliger Runde mit unseren Familien und Freunden gemeinsam Essen und uns dabei etwas Gutes tun.

Welche Essensgewohnheiten pflegen Sie und Ihre Familie? Gibt es bei Ihnen gemeinsame Mahlzeiten? Sind gemeinsame Mahlzeiten für Sie wichtig?

Foto: http://www.raum-für-dich.com – Verwendung wurde gestattet

Der Anstand – ein aussterbender Dinosaurier?

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Wer kennt nicht so Sätze wie: „Das tut man nicht!“, „Das gehört sich nicht!“, „Sei anständig und brav!“ oder „Der Anstand gebietet es, dass…!“.

Sehr viele Menschen wurden mit diesen Sätzen erzogen und es wurden oft Strafen verhängt, wenn raus kam, dass man sich nicht daran gehalten hat.

Doch wer gibt eigentlich vor was „sich gehört“ und was nicht? Wer stellt diese Regeln auf und diktiert was die Norm tut und was nicht?

Ich vermute, dass dahinter die Geschichte unserer Gesellschaft steckt. Es gab schon immer Regeln an die man sich zu halten hatte. Damals wie heute gibt es Menschen, die über einem stehen und die ihre Vorstellungen von „angemessenem Verhalten“ durchsetzen.

In Zeiten der Adelshäuser und Frondienste gab es keinen Wiederspruch. Es gab kaum Kontakte zwischen den jeweiligen gesellschaftlichen Schichten, geschweige denn Beziehungen und Ehen. Es ist heute noch eine Sensation, wenn ein britischer Prinz eine „Bürgerliche“ ehelicht anstelle von Seinesgleichen. Zuwiederhandlungen wurden oftmals mit harten Strafen bis hin zum Tod bestraft.

In den Haushaltsschulen für Frauen und Mädchen in den 50er und 60er Jahren wurde gelehrt, wie sich die perfekte Ehefrau zu verhalten hat. Zuerst der Mann, dann die Kinder, dann der Haushalt, dann Freunde, Bekannte und soziale Verpflichtungen. Wenn die Frau dann noch Zeit und Kraft hatte, durfte sie sich um ihr Äußeres kümmern, denn toll aussehen sollte sie ja auch noch. Auch der Mann hatte gesellschaftliche Regeln zu beachten. Er hatte das Geld zu verdienen und der Familie einen guten Ruf und Namen zu machen. Scheidungen waren ein sicheres gesellschaftliches „Aus“ ebenso wie die Geburt eines unehelichen Kindes. Zärtliches Verhalten in der Öffentlichkeit war verpöhnt, sexuelle Begegnungen vor der Ehe ein Tabu.

In den Kriegszeiten war eigenständiges Denken und Handeln lebensgefährlich. Anpassung und Schweigen war das oberste Gebot, wenn man einigermaßen glimpflich davon komen wollte. Es gab Vorgaben mit wem man Kontakte halten durfte, was man Lesen durfte und wie man sich zu kleiden hatte.

Diese Beispiele zeigen, wie sehr die Gesellschaft schon immer in Vorgaben und Regeln gefangen war. Wir Menschen haben darum gekämpft freier leben zu dürfen. Mittlerweile hat sich die Gesellschaft etwas gewandelt. Heute sind Scheidungen und Patchworkfamilien normal. Exoten sind heute eher diejenigen, die mit dem Sex bis zur Ehe warten und es gibt kaum mehr Menschen, die ihr Leben lang nur mit einem Partner zusammen sind. Es gibt Hausmänner und Papas die die Kindererziehung übernehmen, während die Frau zur Arbeit geht und das Geld verdient. Es gibt die freie Meinungsäußerung und Frau Merkel wird in Satiren zitiert. Man ist kein Versager, nur weil man bereits mehrere Arbeitgeber im Lebenslauf stehen hat. Die Regierung verfolgt uns nicht, nur weil wir mit unserem afrikanischen Freund gemütlich in einem Café sitzen.

Vieles hat sich gewandelt und für viele Menschen die Orientierung in der Gesellschaft vereinfacht. Doch aktuell steht die Gesellschaft vor neuen Problemen, die geregelt werden müssen.

  • Jugendkriminalität: Nimmt schwindelerregende Ausmaße an; es müssen neue gesellschaftliche Regeln her
  • Homosexuelle: Sind ein Teil unserer Gesellschaft und sollen in Rechten und Pflichten gleichgestellt, akzeptiert und integriert werden
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Hilft die Legalisierung der Drogen? Nach welchen Regeln soll sich die Gesellschaft mit diesen Menschen abgeben? Sollen sie es überhaupt?
  • Sex sells: So freizügig wie heute war die Gesellschaft noch nie. Und ist das denn auch gut für unsere Kinder? Der Stempel Prüde und Verklemmt ist schnell aufgedrückt.
  • Alleinerziehende: Die Scheidungsraten sind hoch wie nie, auch gab es noch nie so viele Singlehaushalte. Die finanzielle Unterstützung dieser Menschen kostet Unsummen.

Das sind nur einige spontane Beispiele. Es gibt sicherlich noch viele mehr.

Wir hatten um die Freiheit gekämpft, um gesellschaftliches Umdenken und Toleranz. Daraus sind neue Probleme entstanden, die nun ihrerseits wieder Regeln und gesellschaftliche Normen erfordern.

Ich denke der „Dinosaurier Anstand“ wird nicht aussterben. Er wandelt sich.

Ich würde mir wünschen, dass diese andlung eine Richtung vorgibt und keinen Zwang. Dass der einzelne Mensch noch Spielräume für seine Individualität und Persönlichkeit hat. Dass der eigene Verstand dabei helfen darf, die gesellschaftlichen Normen sinnvoll unzusetzen. Und vor allem wünsche ich mir, dass für diese Normen kein Mensch um seinLeben fürchten oder flüchten muss!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine nachdenkliche und friedliche Woche

Eure Ruso