Vorsicht kritisch! – Sieht Liebe für euch so aus?

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Sieht Liebe für euch so aus?

  • Kompromisse, Abhängigkeit, falsches Verantwortungsgefühl, Pflichterfüllung
  • Herzenswünsche für den anderen aufgeben
  • akzeptieren, erdulden und ertragen
  • entschuldigen, rechtfertigen und verteidigen
  • in alten Gewohnheiten verharren – festgewachsen in all den Jahren
  • sich unterordnen, selbst aufgeben, anpassen, dienen
  • stets zum Wohle aller

 

Das kling nicht nach Liebe?

 

Dann will ich euch jetzt fragen:

Warum lebt ihr es dann???

 

„Du bist ja so eine starke Frau!“

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„Du bist ja so eine starke Frau!“

Dieser und ähnliche Sätze begleiten mich schon viele Jahre durch mein Leben.

Zuerst hieß es: „Du musst groß und stark werden!“. Als ich „groß“ war, hieß es: “ Du musst stark sein!“ – Immer dieses muss… !?

Und heute heißt es eben: “ du bist so ein starke Frau!“

 

Lange Jahre habe ich diesen Satz aus tiefstem Herzen gehasst.

Denn es zählte für alle nur das, was sie sahen. Wie es mir wirklich ging hat niemanden interessiert.

Dieser Schmerz, dieses Alleinsein hat mich dazu gebracht, meine Fähigkeiten zu verleugnen und abzulehnen.

Ich wollte nichts sehnlicher, als mein Bedürfnis nach Nähe, Unterstützung und Trost zeigen, aber ich konnte es nicht. diese „Stärke“ war so tief in mir – bereits ein teil von mir.

 

Was niemand bemerkte, nicht mal ich, war, dass es keine Stärke war, die ich mir da angeeignet hatte, sondern vielmehr Verhaltensweisen, um den Schein zu wahren.

Wie bei einem Theaterstück. Die anderen schreiben das Drehbuch, ich spielte die Hauptrolle und meine „Stärke“ war die Kulisse.

Genau so habe ich mich gefühlt – wie ein Schauspieler in einem schlechten Stück. Nur dieses Stück ist mein Leben! Von anderen in Form gebracht und von mir erfolgreich in Szene gesetzt. Nur dass dieses Stück nicht in meiner Regie entstanden ist.

 

Und als ich das erkannte, konnte ich endlich anfangen mein Stück umzuschreiben.

Ich habe mir die Frage gestellt, was das ist und was das bedeutet „stark“ zu sein. die Antwort war so simpel wie komplex ->für mich etwas ganz anderes als für die anderen.

Für meine Eltern, Lehrer, Kollegen,… bedeutete dieses „stark sein“ Durchhalten, Wegstecken, Funktionieren, niemanden behelligen und ganz besonders keine Schwäche zeigen.

Eine Freundin aus Grundschultagen sagte vor einiger Zeit mal zu mir: „Ich habe dich damals in der Schule sehr bewundert, wie du deine Schicksalsschläge gemeistert hast. Du bist schon damals so eine starke Person gewesen.“ War ich das? Nach außen vielleicht. Innerlich ganz sicher nicht. Gemeistert habe ich meine Schicksalsschläge Jahre später mit Hilfe einer Therapeutin. Doch das wusste ja keiner. Und die die es wussten interessierte es nicht. Ich wurde nur belächelt. Für die anderen war ich stark und tapfer und habe sehr schnell weiterfuntioniert. Damit war deren Welt in Ordnung.

Das Leben ist...

Das Leben ist…

Mittlerweile hat sich mein Bild von mir selbst verändert.

Ich habe erkannt, dass ich tatsächlich eine starke Frau bin. Auf meine Art.

Ich habe und bilde mir eine eigene Meinung, ich treffe eigene Entscheidungen und ich trage meine Verantwortung für mich. Darin liegt für mich meine Stärke.

 

Ich bin schon einige Male gefragt worden, ob ich gern die Zeit meines Lebens zurückdrehen und Dinge anders machen würde, wenn ich es könnte.

Meine Antwort ist nein. Ich treffe meine Entscheidungen mit Bedacht und ich stehe zu den Konsequenzen – so schmerzlich sie auch ab und zu sein mögen. Es gibt keine Entscheidung, die ich je bereut hätte. Ich möchte nicht einen Augenblick meines Lebens missen. Denn jeder einzelne davon macht mich zu dem Menschen, der ich heute bin. Und darauf bin ich stolz!

 

Ich bin zum Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller meines Lebens geworden. Mit allen Konsequenzen.

Denn erst so macht mir mein Leben Spaß!

Ich werde auch künftig Entscheidungen treffen die vielleicht verrückt, vielleicht hoffnungslos, vielleicht zum Scheitern verurteilt sind. Vielleicht – vielleicht auch nicht – zumindest nicht für mich. Jede Erfahrung ist ein kostbares Gut, die mein Leben bereichert – und sei sie auch noch so schmerzlich – es liegt immer auch etwas Gutes darin.

„wer nicht wagt, der nicht gewinnt“

Einen Satz, der für mich wirklich stimmig ist lautet: „No risk, no fun“ – „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Das Leben besteht nicht nur aus Glücksmomenten. Auch traurige und schmerzliche Wege gehören dazu. Doch wenn wir nicht wagen, können wir auch nicht gewinnen.

Es ist mein Leben!

Ich habe meine Entscheidung getroffen – und du?

 

 

Hirnverrenkungen über Beständigkeit

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Was ist Beständigkeit?

Diese Frage beschäftigt mich heute ganz besonders. Bei diesem Wort kommen in mir ganz viele gemischte Gefühle hoch. Es kommt Sehnsucht, aber auch Angst hoch. Es kommen Wut, Trauer und Verzweiflung. Eine Suche nach Hoffnung, ein schweres Herz, Enge in der Brust…

Ich entscheide mich genauer hinzusehen.

Was ist Beständigkeit?

Wikipedia definiert es so:

Beständigkeit steht für

gegenständliche Bedeutungen:

Im philosophisch-psychologischen Sinn:

Doch was ist Beständigkeit für mich? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn jeder Gedanke ist wieder mit unterschiedlichen Gefühlen gepaart. Denke ich an eine beständige Partnerschaft, dann kommt eine unglaubliche Sehnsucht in mir hoch. Eine Sehnsucht nach Liebe, Vertrauen und Zukunft. Gleichzeitig meldet sich auch die Angst. Die Angst eingesperrt oder gefesselt zu sein in einer Beziehung. Die Angst an etwas festzuhalten, das ich eigentlich doch nicht will.

Wenn ich an einen beständigen Arbeitsplatz denke, dann fallen mir Begriffe wie Zwang, Verpflichtung und Disziplin ein. Aber auch Sicherheit, Unabhängigkeit und ein Hauch von Luxus.

Sicherheit fällt mir auch ein, wenn ich an beständige Freundschaften denke. Begriffe wie Freude, Verantwortung, Gemeinsamkeit fallen mir hier ein. Als Gefühl meldet sich wieder die Sehnsucht, denn eine beständige Freundschaft ist ein großer Wunsch von mir. Es kommt auch Wut. Wut auf mich selbst, dass ich es nicht schaffe, mir eine solche Freundschaft aufzubauen und es kommt die Traurigkeit darüber.

Ich stelle gerade fest, dass ich sehr beständig bin in meiner Denkweise und wie ich diese hier aufschreibe. Ja mein Gedankenkarussell ist sehr beständig. Auch die Tatsache, dass in meinem Leben bisher nichts wirklich beständig war, ist ein sehr beständiger Kreislauf. Hier wünsche ich mir allerdings mehr Unbeständigkeit. Meine Gedanken dürften sich gerne mal andersrum drehen…

Daraus ergibt sich doch ein Paradoxon oder findet ihr nicht?

In dem was beständig ist möchte ich Unbeständigkeit. In dem Bereich wo Unbeständigkeit herrscht, wünsche ich mir Beständigkeit.

Wenn wir das nun als Gesetzmäßigkeit festlegen, dann ist das Streben nach Beständigkeit gleich dem Streben nach Unbeständigkeit.

Somit ist das Streben nach Beständigkeit genauso beständig wie das Streben nach Unbeständigkeit.

Womit bewiesen wäre: nichts im Leben ist beständig außer die Unbeständigkeit.

Ob uns das gefällt oder nicht.

Und mit dieser Erkenntnis wünsche ich euch einen tollen Tag!

Foto: © diuno – Fotolia.com

Hände – so viel mehr als nur ein Körperteil

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Unsere Hände sind Teil unserer Extremitäten. In der Regel ausgestattet mit einer Handfläche und fünf Fingern dient uns die Hand zum Greifen, Spüren und Tasten.

Unser Gehirn kann die Informationen unserer Hände in Bilder umwandeln und unterstützt auf diese Weise unsere Sinnesorgane. Für sehbehinderte Menschen beispielsweise sind die Hände die Augen und ermöglichen durch das Ertasten die Wahrnehmung der Umwelt.

Und hier sind wir bei einer sehr wichtigen Fähigkeit unserer Hände angelangt. Sie ermöglichen uns eine feinere Wahrnehmung.

Wer kennt sie nicht, die Situation, dass man seinem Gegenüber die Hand gibt und auf einmal bekommt man eine Flut von Informationen über denjenigen, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Ist die Hand kalt oder warm, schwitzig oder trocken, rau oder weich, groß oder klein. Ist der Händedruck freundlich, zurückhaltend oder eher kräftig und forsch?

Innerhalb von Millisekunden macht sich unser Gehirn ein Bild von dem Menschen, dessen Hand wir soeben genommen haben. Es analysiert die Infos und hilft uns, die Situation als freundlich oder als feindlich einzustufen.

Von Händen berührt zu werden kann sowohl positiv als auch negativ empfunden werden. Wenn die Berührung in beiderseitigem Einvernehmen stattfindet, so kann diese uns wohlige Schauer und auch ein Gefühl der Sicherheit bereiten.

Von Händen berührt zu werden kann ein Geschenk sein. Denken sie nur einmal an eine wohltuende Massage. Wenn es uns schlecht geht, freuen wir uns über eine Umarmung und als verliebtes Paar wollen wir die Hand des Anderen gar nicht mehr loslassen.

Alltägliches wie beispielsweise essen, anziehen, schreiben, Zähne putzen und noch vieles mehr, wird zu einer großen Herausforderung, wenn wir unsere Hände hierfür nicht nutzen können. Sofort sind wir auf die Hilfe und Unterstützung von anderen angewiesen. Spätestens in dieser Situation wird deutlich, wie wichtig unsere Hände für uns sind.

Die Hände übernehmen einen großen Teil unserer Kommunikation ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Das „Reden mit den Händen“ ist allgegenwärtig. Jeder tut es. Wir nutzen die Gesten der Hände zur Untermalung und Betonung dessen, was wir sagen. Oder ersetzen manche Wörter ganz durch Gesten. Die Gebärdensprache ist in Deutschland sogar offiziell als Fremdsprache anerkannt. Der Hauptteil dieser Form der Sprache findet über händische Gesten statt. Unsere Körpersprache wird durch Gesten, Hand- und Fingerhaltungen mit geprägt. Signale wie STOP, Hallo und die Kusshand, um nur einige Beispiele zu nennen, kennt jeder. Und jeder versteht sie – egal in welcher Sprache dieser Mensch sich verbal verständigt. Eine Kultur- und Sprachübergreifende Kommunikation wird möglich.

Deine Hand

Bestimmte Handhaltungen beeinflussen auch unseren Gemütszustand. Beim Beten falten wir die Hände, bei Meditationen werden oft Mudras (symbolische Handgesten) genutzt und bei Yoga und Qi Gong unterstützen manche Gesten die Atmung. Natürlich gibt es auch hier noch wesentlich mehr Beispiele, nur würde es den Rahmen sprengen, diese alle hier aufzuzählen.

Wir nutzen unsere Hände auch dazu, anderen zu schaden und Leid zuzufügen. Grobe Berührungen, Schläge und Gesten, wie beispielsweise der bekannte gestreckte Mittelfinger, sind Ausdrucksformen unserer Persönlichkeit, die mit Hilfe unserer Hände umgesetzt werden. An dieser Stelle gilt es aber zu erwähnen, dass unsere Hände in diesen Fällen als durch unser Bewusstsein gesteuertes Werkzeug verwendet werden. Dies geschieht willentlich und mit bestimmter Absicht.

Ebenso willentlich und mit Absicht können wir uns und anderen mit unseren Händen Gutes tun. Der Austausch von Zärtlichkeiten, eine tröstende Hand oder ein aufmunterndes Schulterklopfen zum Beispiel.

Auch in vielen Sprichwörtern wird die vielseitige Bedeutung unserer Hände deutlich:

  • jemandem unter die Arme greifen

  • jemandem die Hand reichen

  • die Hand für etwas ins Feuer legen

  • von der Hand in den Mund leben

  • eine Hand wäscht die andere

  • Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Es lohnt sich also, einmal bewusst wahrzunehmen was wir mit unseren Händen tun und was unsere Hände für uns tun – und dankbar dafür zu sein, dass wir sie haben.

Out of the Box – eine kleine Übung außerhalb unserer Gewohnheiten

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Mein Blog soll ein kleiner Perspektivenwechsel sein. Er soll dazu ermuntern, mal einen Blick aus einer anderen Richtung zu riskieren und er soll dazu veranlassen, mit Gewohnheiten zu spielen. Vielleicht schaffe ich es ja auch, mit meinem Blog ein paar kleine Dinge zu verändern 😉

Heute bekommst du von mir eine kleine Übung, die dich ein wenig mit deinen Gewohnheiten spielen lässt, dich ein wenig aus deiner Komfortzone lockt und neue Perspektiven und Möglichkeiten entdecken lässt.

Unser Leben gleicht einer Landschaft. Unsere Möglichkeiten zu Denken und zu Handeln sind Gewohnheiten. Unsere Gewohnheiten sind wie Wege, auf denen wir häufiger gehen, als auf anderen. Wenn wir sie ständig benutzen, dann werden sie zu Autobahnen. Und weil das Fahren auf Autobahnen so bequem ist, wollen wir diese gar nicht mehr verlassen. Wir vergessen die anderen Wege und ignorieren die Ausfahrten.

Doch heute nimmst du mal eine Ausfahrt und schaust, was sich dahinter verbirgt.
Ich empfehle dir, immer mal wieder eine Ausfahrt runter zu fahren, wieder mit deinen Gewohnheiten zu spielen und ganz bewusst Dinge auf eine für dich ungewohnte Weise zu machen.

Nimm heute einfach mal einen anderen Weg wie sonst (z.B. wenn du ins Training läufst, zur Arbeit fährst oder starte im Supermarkt deinen Einkauf mal von den Kassen aus,…)

Suche neue Sichtweisen auf eine vertraute Umgebung und bekannte Situationen (z.B. lege dich in deiner Wohnung auf den Boden und betrachte dein Eigenheim mal aus dieser Perspektive, oder schlafe heute mal auf der linken statt auf der rechten Bettseite,…)

Was wäre das Gegenteil deiner gewohnten Reaktion in einer bestimmten Situation? (z.B. dein Partner kommt schon wieder zu spät nach Hause, deine Kinder streiten sich, du hast etwas vergessen,…) wie würdest du reagieren? Und nun versuche das Gegenteil dessen zu tun 😉

Verändere ein wenig den Ablauf deiner täglichen Routine (zuerst Zähneputzen, dann anziehen, zuerst einen Kaffee holen, dann den PC anschalten,…

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Freude mit diesem kleinen Selbstexperiment.

Da ein Blog ja für viele Menschen gedacht ist, würde ich mich freuen, wenn du deine Ideen und Erfahrungen zu dieser Übung mit uns allen teilen würdest. Das hebt die Spannung und gibt mehr Inspiration. Ich freue mich über jeden konstruktiven Beitrag.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)