Selbstliebe ist…

sofa furniture isolated on white background

Selbstliebe ist...

Ich danke der Person auf facebook, welche mich mit diesen Gedanken sehr berührt und inspiriert hat. Leider weiß ich nicht mehr, wie diese Person heißt. Danke!

Advertisements

Nähe und Distanz – ein ganz normaler Kuschelabend

sofa furniture isolated on white background

 

Leider ist es schon sehr lange her, dass ich mal einfach nur in den Arm genommen worden bin. Einfach so – ohne Hintergedanken, ohne Grund und ohne Verpflichtung.

Ich vermisse dieses Gefühl so sehr, dass es sich zu einer großen Sehnsucht entwickelt hat.

 

Dann stand ich an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden konnte, etwas an dieser Situation zu ändern. Ich habe meinen freund Google gefragt, ob er mir etwas raten kann und er schlug mir vor, es mal mit einer „Kuschelparty“ zu versuchen.

 

Jetzt kam natürlich gleich der Gedanke hoch, dass es sich hier bestimmt um ein verkapptes Erotikevent handelt, aber neugierig war ich dann doch. Und so habe ich mich durch diverse Kuschelparty-Homepages gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das mal ausprobieren möchte.

 

Auf den Seiten wurde beschrieben, wie so ein Abend abläuft und wie die Regeln sind.

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass die Klamotten an bleiben, kein Gefummel und kein sexuell geartetes Verhalten geduldet wird und ständig ein Moderator anwesend ist, der dafür Sorge trägt, dass keiner die Regeln bricht, habe ich meine Tasche gepackt und bin zum Treffpunkt gefahren.

 

So ein bissl Bammel hatte ich schon, weil es kann ja viel geschrieben werden im Netz – wer sagt denn, dass das nachher auch wirklich so ist…?

Also bin ich recht unsicher und nervös die Treppe zum Dojo hinaufgestiegen. Dort bin ich gleich als Newcomerin entlarvt worden und nach einer sehr herzlichen Begrüßung habe ich mich in meine Joggingklamotten geschmissen und bin zielstrebig Richtung Kuschelraum marschiert.

 

Ich war sehr erstaunt, dass so viele Menschen dort waren. Knapp 30 Menschen unterschiedlichen Alters und Charakters waren anzutreffen.

 

Der Abend wurde mit einer schmissigen Tanzrunde eröffnet, welche die Stimmung etwas lockern und den Kopf frei machen sollte, um sich auf das Kommende einzustimmen.

Nach der Tanzrunde gab es eine kurze Vorstellungsrunde, bei der ich feststellen konnte, dass noch einige andere außer mir das erste Mal bei einem Kuschelabend waren. Da war ich dann etwas beruhigter und konnte dem Abend gelassener entgegensehen.

 

Es folgten einige Übungen zur Kontaktaufnahme, wie beispielsweise seinem Gegenüber die Hände zu geben und zu führen, bzw sich führen zu lassen oder die Übung, sich Rücken an Rücken zu stellen und so zu tanzen. Der Moderator schaffte es das Ganze mit Witz und Charme rüberzubringen, was der Stimmung immens gut tat.

 

Es folgte ein Ritual, bei welchem sich Gruppen von fünf Personen zu einem Kreis formierten. Immer abwechselnd durfte sich einer in die Mitte des Kreises stellen und die Außenstehenden durften den/die in der Mitte ganz langsam und achtsam berühren. Was sehr gut rübergebracht wurde, war die Möglichkeit sich jederzeit von den Berührungen oder dem ganzen Geschehen zu distanzieren. „Nähe erhalten aber nicht ertragen“ war die Devise. Das war wichtig, denn ich habe an mir selbst gemerkt, dass ich dazu neige, dinge mit mir machen zu lassen, die mir eigentlich zu viel sind. Und ich hatte an diesem Abend eine tolle Gelegenheit, einmal „Nein“-sagen zu üben.

 

Nach dem alle der Fünfergruppe einmal in der Mitte gestanden sind, gab es eine Pause mit kleinen Snacks. Was mich sehr verwundert hat, war die Ruhe in dem Raum. Kaum jemand sprach, jeder war ganz bei sich und zufrieden. Das war mal eine sehr schöne Erfahrung, nicht immer alles gleich totquatschen zu müssen. Ich habe das sehr genossen!

Paar 2 

Nach der Pause setzten wir uns alle in einen Kreis. Wir sollten dann im Vierfüsslerstand durch die Mitte des Kreises auf die gegenüberliegende Seite krabbeln. Als in der Mitte ein Riesentumult ausbrach, sagte der Moderator, wir sollen und einfach an Ort und Stelle fallen lassen und hinlegen – so schnell bildet man ein menschliches Wollknäuel 😉 erstaunlich 😉

 

Wir sollten einfach mal in Kontakt mit der Situation und den anderen Teilnehmern kommen.

Als es gerade anfing bequem zu werden, wurden wir vom Moderator wieder „aufgescheucht“. Er ließ und nochmals durch den Raum laufen und dann sollten wir eine Menschenschlange bilden. Und zwar sollten am Anfang der Schlange die Leute sein, die sehr viel Kuschelbedarf hatten und mitten ins Geschehen wollten und am ende der Schlange sollten diejenigen gehen, die etwas mehr Distanz, Kontrolle und Freiheit benötigten.

 

Ich traute der ganzen Geschichte noch nicht so wirklich und reihte mich deshalb ziemlich gegen Ende der Schlange ein. Nun ließ uns der Moderator eine Spirale gehen und als diese schön eng war, sollten wir uns wieder fallen lassen. Schön war nun, dass ich einen tollen Platz am Rande des Geschehens hatte und mir somit mein Freiraum geblieben war, den ich momentan noch brauchte.

 

Von ganz allein fanden nun Hände zu Händen, der eine Kopf lag auf dem Bauch des anderen, Beine überkreuz, eine Hand an einem Fuß von jemand anderem, Körper an Körper, Kopf auf Schulter eines anderen,… also jeder kuschelte und schmiegte sich an.

Erstaunlicherweise lief der ganze Abend wirklich ohne Gegrabsche oder Gefummel ab. Im Gegenteil, ich war erstaunt, als ich bemerkte, dass ich selbst auch keinerlei Interesse daran hatte, mir nur Gedanken in diese Richtung zu machen. Dafür habe ich die Nähe und die Streicheleinheiten viel zu sehr genossen.

 

Und siehe da, im Laufe der Zeit, hatte ich mich von ganz allein immer weiter in die Gruppe hineingekuschelt. Ich lag nun nicht mehr ganz am Rand wie zu Anfang, sondern mitten drin.

Ich kam mit den unterschiedlichsten Gefühlen in Kontakt. Da war die Angst, mir etwas zu gönnen, „was ich ja gar nicht verdient habe“, oder der Gedanke, dass „ich mir selbst im Wege stehe“, aber auch der Gedanke, dass „ich vertrauen darf und dieses Vertrauen nicht missbraucht wird“ kam hoch und fühlte sich sehr sehr gut an.

 

Dieser Abend war eine tolle und ganz extreme Selbsterfahrung für mich. Ich habe tolle Menschen auf eine Art und Weise kennenlernen dürfen, wie man es normalerweise nicht unbedingt tut. Von den meisten kenne ich noch nicht einmal den Namen. Das macht aber auch nichts, denn jeder hat auf seine Art ganz viel gegeben und ganz viel bekommen. Jeder einzelne war richtig und wichtig – genau so wie er/sie war und ist. Da braucht es keine Oberflächlichkeiten wie Namen. Und doch würde ich mich sehr freuen, das eine oder andere Gesicht einmal wiederzusehen.

 

Denn eines ist sicher: das war nicht mein letzter Kuschelabend, sondern mein Erster!!!

 

 Mich würde jetzt noch brennend interessieren, was du über so einen Kuschelabend denkst. Wäre das auch was für dich? Was hast du für eine Meinung hierzu? Ich bin schon ganz gespannt, auf Deine Kommentare und Beiträge!

Ehrliche Liebe

sofa furniture isolated on white background

Es gibt Tage im Leben, da frage ich mich, warum alles so ist wie es ist.

Ich bin nun seit eineinhalb Jahren Single und hab keine Ahnung wie ich das ändern soll.

Noch wichtiger ist die Frage, ob ich es ändern will…

Ich habe keine Lust mehr auf leere Versprechungen, aneinander vorbei leben und schlechte Erfahrungen machen.

Ich möchte mich verlieben und es soll ehrlich sein. Eine ehrliche Liebe.

Ein Miteinander auf Augenhöhe, ein Verstehen ohne Worte, das Herz berühren – einfach so.

Eine Beziehung mit Respekt, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit.

Ich träume von Sonnenuntergängen Seite an Seite.

Ich träume von Bauchweh vom miteinander Lachen.

Ich träume von Schultern, an die ich mich anlehnen darf.

Ich träume von tiefen, liebevollen Blicken, die mir sagen: wir zwei!

Ich träume…

ja leider sind es nur Träume.

Wo sind die Menschen, für die Respekt, Verantwortung und Verständnis nicht nur leere Worte sind? Wo sind die Menschen, die auch in schwierigen Zeiten sich zusammen mit dem Partner durchkämpfen und nicht gleich das Handtuch werfen? Wo sind die Menschen, denen Treue noch wichtig ist? Wo sind die Menschen, die eine Beziehung auf Ehrlichkeit und Vertrauen aufbauen?

Gibt es sie noch? Und wo kann ich diese Menschen finden?

Denn wenn ich ehrlich zu mir selber bin, dann wünsche ich mir nichts mehr, als endlich den Menschen zu finden, der zu mir passt.

Meinen Deckel für den Topf.

Paar 2

Der Leierkastenmann

sofa furniture isolated on white background

Von meinem imaginären Sofa aus kann ich eine wunderbare kleine Melodie hören.
Ich bin neugierig und schaue mich um, woher diese wohl kommen mag.
Ein schrullig wirkender älterer Herr steht am Eck einer Losbude und dreht gedankenversunken an seiner Drehorgel.

Ein nostalgisches und romantisches Bild, wie er so da steht in seinem fadenscheinigen braunen Cordjacket, seinem lichten Silberhaar und seinen Fältchen um den Augen.

Ich sehe mich um und entdecke erstaunt, dass sich niemand für diesen Herren mit seinem kunstvoll bemalten Leierkasten zu interessieren scheint. Eine leise Traurigkeit überkommt mich. Dieser Mann weckt Kindheitserinnerungen in mir. Er berührt mein Herz an einer Stelle, die ich schon längst vergessen glaubte. Ich sehe mich, wie ich mit leuchtenden Augen an der Hand meiner Großmutter über den Rummel geschlendert bin. Mit meinen gerade mal 3 Jahren und meinem geblümten Rüschchenkleid – einen rosa Stoffhasen im Arm. Wie verzaubert stand ich damals wie heute vor diesem alten Mann mit seiner Drehorgel. Die Zeit scheint wie zurückgedreht…

Plötzlich rempelt mich ein vorbei rennender Junge an und reißt mich aus meinen Gedanken. Jäh komme ich in die Realität zurück und bemerke, dass mich der Drehorgelmann sehr freundlich anlächelt. „Na wo warst du denn mit deinen Gedanken?“, fragt er mich mit seiner rauen, tiefen und sehr warmen Stimme. Ich erzähle ihm spontan die Geschichte von mir, meiner Oma und dem Rummel damals. „Leider kann ich mit meiner Oma nicht mehr über den Rummel schlendern. Sie ist mittlerweile 89 Jahre alt und läuft nicht mehr so gut.“

Der Alte nickt verständnisvoll und sagt etwas zu mir, was mich auf lange Zeit begleiten wird: „Die Zeit vergeht sehr schnell. Viel zu schnell. Heute bemerken wir es gar nicht, weil wir so in unserer Hektik und unserem Umtrieb gefangen sind. Schau dir die Menschen an, die hier alle vorbei rennen. Sie alle hetzen dem Konsum und der Oberflächlichkeit hinterher. An was können und wollen sie sich später erinnern? An ihren größten Alkoholrausch und dem damit verbundenen Tanz auf dem Biertisch? An den doppelten Überschlag im Megaturbo-Fahrgeschäft? An fettige Currywurst? Möglich – aber eher unwahrscheinlich.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns für immer in der Erinnerung bleiben. Und genau deshalb stehe ich hier. Inmitten dieser ganzen großen, lauten, bunten Elektronikwelt. Ich bin für die Menschen da, wenn sie mich sehen und hören wollen. Ich bin für sie da, wenn sie träumen und sich verzaubern lassen wollen. So wie du mich gesehen hast und geträumt hast. Ich danke dir sehr dafür, dass du mich bemerkt hast, denn du hast mir heute wieder gezeigt, dass es richtig und wichtig ist, dass ich hier stehe.“

Ich kann nicht anders und umarme diesen liebenswerten alten Herren. Er hat mir heute so viel mehr gegeben, als das Spiel auf seiner Orgel: Er hat mir wieder den Blick auf das Wesentliche, das wirklich Wichtige in unserem Leben geöffnet. Und er hat mein Herz berührt.

Ich werde ihn nie vergessen – den Leierkastenmann und seine Botschaft.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)