Was WIRKLICH wichtig ist und was ich WIRKLICH wissen möchte

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Es ist für mich nicht wichtig, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist
und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es ist für mich nicht wichtig, wie alt du bist.

Ich möchte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es ist für mich nicht wichtig, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.

Ich möchte wissen, ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast, ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.

Ich möchte wissen, ob du mit dem Schmerz – meinem oder deinem – da sitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.

Ich möchte wissen, ob du mit der Freude – meiner oder deiner – da sein kannst, ob du mit Wildheit tanzen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen erfüllt mit Begeisterung, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft, oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es ist für mich nicht wichtig, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.

Ich möchte wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich möchte wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.

Ich möchte wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du Dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst.

Ich möchte wissen, ob du mit dem Scheitern – meinem und deinem – leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: – Ja! –

Es ist für mich nicht wichtig, zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast.

Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft, und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es ist für mich nicht wichtig, wer du bist und wie du hergekommen bist.

Ich möchte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es ist für mich nicht wichtig, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.

Ich möchte wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.

Ich möchte wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Quelle: Oriah Mountain Dreamer, indianische Heilerin aus Kanada, gefunden auf verschiedenen Homepages

Hände – so viel mehr als nur ein Körperteil

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Unsere Hände sind Teil unserer Extremitäten. In der Regel ausgestattet mit einer Handfläche und fünf Fingern dient uns die Hand zum Greifen, Spüren und Tasten.

Unser Gehirn kann die Informationen unserer Hände in Bilder umwandeln und unterstützt auf diese Weise unsere Sinnesorgane. Für sehbehinderte Menschen beispielsweise sind die Hände die Augen und ermöglichen durch das Ertasten die Wahrnehmung der Umwelt.

Und hier sind wir bei einer sehr wichtigen Fähigkeit unserer Hände angelangt. Sie ermöglichen uns eine feinere Wahrnehmung.

Wer kennt sie nicht, die Situation, dass man seinem Gegenüber die Hand gibt und auf einmal bekommt man eine Flut von Informationen über denjenigen, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Ist die Hand kalt oder warm, schwitzig oder trocken, rau oder weich, groß oder klein. Ist der Händedruck freundlich, zurückhaltend oder eher kräftig und forsch?

Innerhalb von Millisekunden macht sich unser Gehirn ein Bild von dem Menschen, dessen Hand wir soeben genommen haben. Es analysiert die Infos und hilft uns, die Situation als freundlich oder als feindlich einzustufen.

Von Händen berührt zu werden kann sowohl positiv als auch negativ empfunden werden. Wenn die Berührung in beiderseitigem Einvernehmen stattfindet, so kann diese uns wohlige Schauer und auch ein Gefühl der Sicherheit bereiten.

Von Händen berührt zu werden kann ein Geschenk sein. Denken sie nur einmal an eine wohltuende Massage. Wenn es uns schlecht geht, freuen wir uns über eine Umarmung und als verliebtes Paar wollen wir die Hand des Anderen gar nicht mehr loslassen.

Alltägliches wie beispielsweise essen, anziehen, schreiben, Zähne putzen und noch vieles mehr, wird zu einer großen Herausforderung, wenn wir unsere Hände hierfür nicht nutzen können. Sofort sind wir auf die Hilfe und Unterstützung von anderen angewiesen. Spätestens in dieser Situation wird deutlich, wie wichtig unsere Hände für uns sind.

Die Hände übernehmen einen großen Teil unserer Kommunikation ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Das „Reden mit den Händen“ ist allgegenwärtig. Jeder tut es. Wir nutzen die Gesten der Hände zur Untermalung und Betonung dessen, was wir sagen. Oder ersetzen manche Wörter ganz durch Gesten. Die Gebärdensprache ist in Deutschland sogar offiziell als Fremdsprache anerkannt. Der Hauptteil dieser Form der Sprache findet über händische Gesten statt. Unsere Körpersprache wird durch Gesten, Hand- und Fingerhaltungen mit geprägt. Signale wie STOP, Hallo und die Kusshand, um nur einige Beispiele zu nennen, kennt jeder. Und jeder versteht sie – egal in welcher Sprache dieser Mensch sich verbal verständigt. Eine Kultur- und Sprachübergreifende Kommunikation wird möglich.

Deine Hand

Bestimmte Handhaltungen beeinflussen auch unseren Gemütszustand. Beim Beten falten wir die Hände, bei Meditationen werden oft Mudras (symbolische Handgesten) genutzt und bei Yoga und Qi Gong unterstützen manche Gesten die Atmung. Natürlich gibt es auch hier noch wesentlich mehr Beispiele, nur würde es den Rahmen sprengen, diese alle hier aufzuzählen.

Wir nutzen unsere Hände auch dazu, anderen zu schaden und Leid zuzufügen. Grobe Berührungen, Schläge und Gesten, wie beispielsweise der bekannte gestreckte Mittelfinger, sind Ausdrucksformen unserer Persönlichkeit, die mit Hilfe unserer Hände umgesetzt werden. An dieser Stelle gilt es aber zu erwähnen, dass unsere Hände in diesen Fällen als durch unser Bewusstsein gesteuertes Werkzeug verwendet werden. Dies geschieht willentlich und mit bestimmter Absicht.

Ebenso willentlich und mit Absicht können wir uns und anderen mit unseren Händen Gutes tun. Der Austausch von Zärtlichkeiten, eine tröstende Hand oder ein aufmunterndes Schulterklopfen zum Beispiel.

Auch in vielen Sprichwörtern wird die vielseitige Bedeutung unserer Hände deutlich:

  • jemandem unter die Arme greifen

  • jemandem die Hand reichen

  • die Hand für etwas ins Feuer legen

  • von der Hand in den Mund leben

  • eine Hand wäscht die andere

  • Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Es lohnt sich also, einmal bewusst wahrzunehmen was wir mit unseren Händen tun und was unsere Hände für uns tun – und dankbar dafür zu sein, dass wir sie haben.

Der Anstand – ein aussterbender Dinosaurier?

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Wer kennt nicht so Sätze wie: „Das tut man nicht!“, „Das gehört sich nicht!“, „Sei anständig und brav!“ oder „Der Anstand gebietet es, dass…!“.

Sehr viele Menschen wurden mit diesen Sätzen erzogen und es wurden oft Strafen verhängt, wenn raus kam, dass man sich nicht daran gehalten hat.

Doch wer gibt eigentlich vor was „sich gehört“ und was nicht? Wer stellt diese Regeln auf und diktiert was die Norm tut und was nicht?

Ich vermute, dass dahinter die Geschichte unserer Gesellschaft steckt. Es gab schon immer Regeln an die man sich zu halten hatte. Damals wie heute gibt es Menschen, die über einem stehen und die ihre Vorstellungen von „angemessenem Verhalten“ durchsetzen.

In Zeiten der Adelshäuser und Frondienste gab es keinen Wiederspruch. Es gab kaum Kontakte zwischen den jeweiligen gesellschaftlichen Schichten, geschweige denn Beziehungen und Ehen. Es ist heute noch eine Sensation, wenn ein britischer Prinz eine „Bürgerliche“ ehelicht anstelle von Seinesgleichen. Zuwiederhandlungen wurden oftmals mit harten Strafen bis hin zum Tod bestraft.

In den Haushaltsschulen für Frauen und Mädchen in den 50er und 60er Jahren wurde gelehrt, wie sich die perfekte Ehefrau zu verhalten hat. Zuerst der Mann, dann die Kinder, dann der Haushalt, dann Freunde, Bekannte und soziale Verpflichtungen. Wenn die Frau dann noch Zeit und Kraft hatte, durfte sie sich um ihr Äußeres kümmern, denn toll aussehen sollte sie ja auch noch. Auch der Mann hatte gesellschaftliche Regeln zu beachten. Er hatte das Geld zu verdienen und der Familie einen guten Ruf und Namen zu machen. Scheidungen waren ein sicheres gesellschaftliches „Aus“ ebenso wie die Geburt eines unehelichen Kindes. Zärtliches Verhalten in der Öffentlichkeit war verpöhnt, sexuelle Begegnungen vor der Ehe ein Tabu.

In den Kriegszeiten war eigenständiges Denken und Handeln lebensgefährlich. Anpassung und Schweigen war das oberste Gebot, wenn man einigermaßen glimpflich davon komen wollte. Es gab Vorgaben mit wem man Kontakte halten durfte, was man Lesen durfte und wie man sich zu kleiden hatte.

Diese Beispiele zeigen, wie sehr die Gesellschaft schon immer in Vorgaben und Regeln gefangen war. Wir Menschen haben darum gekämpft freier leben zu dürfen. Mittlerweile hat sich die Gesellschaft etwas gewandelt. Heute sind Scheidungen und Patchworkfamilien normal. Exoten sind heute eher diejenigen, die mit dem Sex bis zur Ehe warten und es gibt kaum mehr Menschen, die ihr Leben lang nur mit einem Partner zusammen sind. Es gibt Hausmänner und Papas die die Kindererziehung übernehmen, während die Frau zur Arbeit geht und das Geld verdient. Es gibt die freie Meinungsäußerung und Frau Merkel wird in Satiren zitiert. Man ist kein Versager, nur weil man bereits mehrere Arbeitgeber im Lebenslauf stehen hat. Die Regierung verfolgt uns nicht, nur weil wir mit unserem afrikanischen Freund gemütlich in einem Café sitzen.

Vieles hat sich gewandelt und für viele Menschen die Orientierung in der Gesellschaft vereinfacht. Doch aktuell steht die Gesellschaft vor neuen Problemen, die geregelt werden müssen.

  • Jugendkriminalität: Nimmt schwindelerregende Ausmaße an; es müssen neue gesellschaftliche Regeln her
  • Homosexuelle: Sind ein Teil unserer Gesellschaft und sollen in Rechten und Pflichten gleichgestellt, akzeptiert und integriert werden
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Hilft die Legalisierung der Drogen? Nach welchen Regeln soll sich die Gesellschaft mit diesen Menschen abgeben? Sollen sie es überhaupt?
  • Sex sells: So freizügig wie heute war die Gesellschaft noch nie. Und ist das denn auch gut für unsere Kinder? Der Stempel Prüde und Verklemmt ist schnell aufgedrückt.
  • Alleinerziehende: Die Scheidungsraten sind hoch wie nie, auch gab es noch nie so viele Singlehaushalte. Die finanzielle Unterstützung dieser Menschen kostet Unsummen.

Das sind nur einige spontane Beispiele. Es gibt sicherlich noch viele mehr.

Wir hatten um die Freiheit gekämpft, um gesellschaftliches Umdenken und Toleranz. Daraus sind neue Probleme entstanden, die nun ihrerseits wieder Regeln und gesellschaftliche Normen erfordern.

Ich denke der „Dinosaurier Anstand“ wird nicht aussterben. Er wandelt sich.

Ich würde mir wünschen, dass diese andlung eine Richtung vorgibt und keinen Zwang. Dass der einzelne Mensch noch Spielräume für seine Individualität und Persönlichkeit hat. Dass der eigene Verstand dabei helfen darf, die gesellschaftlichen Normen sinnvoll unzusetzen. Und vor allem wünsche ich mir, dass für diese Normen kein Mensch um seinLeben fürchten oder flüchten muss!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine nachdenkliche und friedliche Woche

Eure Ruso

Der Leierkastenmann

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Von meinem imaginären Sofa aus kann ich eine wunderbare kleine Melodie hören.
Ich bin neugierig und schaue mich um, woher diese wohl kommen mag.
Ein schrullig wirkender älterer Herr steht am Eck einer Losbude und dreht gedankenversunken an seiner Drehorgel.

Ein nostalgisches und romantisches Bild, wie er so da steht in seinem fadenscheinigen braunen Cordjacket, seinem lichten Silberhaar und seinen Fältchen um den Augen.

Ich sehe mich um und entdecke erstaunt, dass sich niemand für diesen Herren mit seinem kunstvoll bemalten Leierkasten zu interessieren scheint. Eine leise Traurigkeit überkommt mich. Dieser Mann weckt Kindheitserinnerungen in mir. Er berührt mein Herz an einer Stelle, die ich schon längst vergessen glaubte. Ich sehe mich, wie ich mit leuchtenden Augen an der Hand meiner Großmutter über den Rummel geschlendert bin. Mit meinen gerade mal 3 Jahren und meinem geblümten Rüschchenkleid – einen rosa Stoffhasen im Arm. Wie verzaubert stand ich damals wie heute vor diesem alten Mann mit seiner Drehorgel. Die Zeit scheint wie zurückgedreht…

Plötzlich rempelt mich ein vorbei rennender Junge an und reißt mich aus meinen Gedanken. Jäh komme ich in die Realität zurück und bemerke, dass mich der Drehorgelmann sehr freundlich anlächelt. „Na wo warst du denn mit deinen Gedanken?“, fragt er mich mit seiner rauen, tiefen und sehr warmen Stimme. Ich erzähle ihm spontan die Geschichte von mir, meiner Oma und dem Rummel damals. „Leider kann ich mit meiner Oma nicht mehr über den Rummel schlendern. Sie ist mittlerweile 89 Jahre alt und läuft nicht mehr so gut.“

Der Alte nickt verständnisvoll und sagt etwas zu mir, was mich auf lange Zeit begleiten wird: „Die Zeit vergeht sehr schnell. Viel zu schnell. Heute bemerken wir es gar nicht, weil wir so in unserer Hektik und unserem Umtrieb gefangen sind. Schau dir die Menschen an, die hier alle vorbei rennen. Sie alle hetzen dem Konsum und der Oberflächlichkeit hinterher. An was können und wollen sie sich später erinnern? An ihren größten Alkoholrausch und dem damit verbundenen Tanz auf dem Biertisch? An den doppelten Überschlag im Megaturbo-Fahrgeschäft? An fettige Currywurst? Möglich – aber eher unwahrscheinlich.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns für immer in der Erinnerung bleiben. Und genau deshalb stehe ich hier. Inmitten dieser ganzen großen, lauten, bunten Elektronikwelt. Ich bin für die Menschen da, wenn sie mich sehen und hören wollen. Ich bin für sie da, wenn sie träumen und sich verzaubern lassen wollen. So wie du mich gesehen hast und geträumt hast. Ich danke dir sehr dafür, dass du mich bemerkt hast, denn du hast mir heute wieder gezeigt, dass es richtig und wichtig ist, dass ich hier stehe.“

Ich kann nicht anders und umarme diesen liebenswerten alten Herren. Er hat mir heute so viel mehr gegeben, als das Spiel auf seiner Orgel: Er hat mir wieder den Blick auf das Wesentliche, das wirklich Wichtige in unserem Leben geöffnet. Und er hat mein Herz berührt.

Ich werde ihn nie vergessen – den Leierkastenmann und seine Botschaft.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)