Nähe und Distanz – ein ganz normaler Kuschelabend

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Leider ist es schon sehr lange her, dass ich mal einfach nur in den Arm genommen worden bin. Einfach so – ohne Hintergedanken, ohne Grund und ohne Verpflichtung.

Ich vermisse dieses Gefühl so sehr, dass es sich zu einer großen Sehnsucht entwickelt hat.

 

Dann stand ich an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden konnte, etwas an dieser Situation zu ändern. Ich habe meinen freund Google gefragt, ob er mir etwas raten kann und er schlug mir vor, es mal mit einer „Kuschelparty“ zu versuchen.

 

Jetzt kam natürlich gleich der Gedanke hoch, dass es sich hier bestimmt um ein verkapptes Erotikevent handelt, aber neugierig war ich dann doch. Und so habe ich mich durch diverse Kuschelparty-Homepages gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das mal ausprobieren möchte.

 

Auf den Seiten wurde beschrieben, wie so ein Abend abläuft und wie die Regeln sind.

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass die Klamotten an bleiben, kein Gefummel und kein sexuell geartetes Verhalten geduldet wird und ständig ein Moderator anwesend ist, der dafür Sorge trägt, dass keiner die Regeln bricht, habe ich meine Tasche gepackt und bin zum Treffpunkt gefahren.

 

So ein bissl Bammel hatte ich schon, weil es kann ja viel geschrieben werden im Netz – wer sagt denn, dass das nachher auch wirklich so ist…?

Also bin ich recht unsicher und nervös die Treppe zum Dojo hinaufgestiegen. Dort bin ich gleich als Newcomerin entlarvt worden und nach einer sehr herzlichen Begrüßung habe ich mich in meine Joggingklamotten geschmissen und bin zielstrebig Richtung Kuschelraum marschiert.

 

Ich war sehr erstaunt, dass so viele Menschen dort waren. Knapp 30 Menschen unterschiedlichen Alters und Charakters waren anzutreffen.

 

Der Abend wurde mit einer schmissigen Tanzrunde eröffnet, welche die Stimmung etwas lockern und den Kopf frei machen sollte, um sich auf das Kommende einzustimmen.

Nach der Tanzrunde gab es eine kurze Vorstellungsrunde, bei der ich feststellen konnte, dass noch einige andere außer mir das erste Mal bei einem Kuschelabend waren. Da war ich dann etwas beruhigter und konnte dem Abend gelassener entgegensehen.

 

Es folgten einige Übungen zur Kontaktaufnahme, wie beispielsweise seinem Gegenüber die Hände zu geben und zu führen, bzw sich führen zu lassen oder die Übung, sich Rücken an Rücken zu stellen und so zu tanzen. Der Moderator schaffte es das Ganze mit Witz und Charme rüberzubringen, was der Stimmung immens gut tat.

 

Es folgte ein Ritual, bei welchem sich Gruppen von fünf Personen zu einem Kreis formierten. Immer abwechselnd durfte sich einer in die Mitte des Kreises stellen und die Außenstehenden durften den/die in der Mitte ganz langsam und achtsam berühren. Was sehr gut rübergebracht wurde, war die Möglichkeit sich jederzeit von den Berührungen oder dem ganzen Geschehen zu distanzieren. „Nähe erhalten aber nicht ertragen“ war die Devise. Das war wichtig, denn ich habe an mir selbst gemerkt, dass ich dazu neige, dinge mit mir machen zu lassen, die mir eigentlich zu viel sind. Und ich hatte an diesem Abend eine tolle Gelegenheit, einmal „Nein“-sagen zu üben.

 

Nach dem alle der Fünfergruppe einmal in der Mitte gestanden sind, gab es eine Pause mit kleinen Snacks. Was mich sehr verwundert hat, war die Ruhe in dem Raum. Kaum jemand sprach, jeder war ganz bei sich und zufrieden. Das war mal eine sehr schöne Erfahrung, nicht immer alles gleich totquatschen zu müssen. Ich habe das sehr genossen!

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Nach der Pause setzten wir uns alle in einen Kreis. Wir sollten dann im Vierfüsslerstand durch die Mitte des Kreises auf die gegenüberliegende Seite krabbeln. Als in der Mitte ein Riesentumult ausbrach, sagte der Moderator, wir sollen und einfach an Ort und Stelle fallen lassen und hinlegen – so schnell bildet man ein menschliches Wollknäuel 😉 erstaunlich 😉

 

Wir sollten einfach mal in Kontakt mit der Situation und den anderen Teilnehmern kommen.

Als es gerade anfing bequem zu werden, wurden wir vom Moderator wieder „aufgescheucht“. Er ließ und nochmals durch den Raum laufen und dann sollten wir eine Menschenschlange bilden. Und zwar sollten am Anfang der Schlange die Leute sein, die sehr viel Kuschelbedarf hatten und mitten ins Geschehen wollten und am ende der Schlange sollten diejenigen gehen, die etwas mehr Distanz, Kontrolle und Freiheit benötigten.

 

Ich traute der ganzen Geschichte noch nicht so wirklich und reihte mich deshalb ziemlich gegen Ende der Schlange ein. Nun ließ uns der Moderator eine Spirale gehen und als diese schön eng war, sollten wir uns wieder fallen lassen. Schön war nun, dass ich einen tollen Platz am Rande des Geschehens hatte und mir somit mein Freiraum geblieben war, den ich momentan noch brauchte.

 

Von ganz allein fanden nun Hände zu Händen, der eine Kopf lag auf dem Bauch des anderen, Beine überkreuz, eine Hand an einem Fuß von jemand anderem, Körper an Körper, Kopf auf Schulter eines anderen,… also jeder kuschelte und schmiegte sich an.

Erstaunlicherweise lief der ganze Abend wirklich ohne Gegrabsche oder Gefummel ab. Im Gegenteil, ich war erstaunt, als ich bemerkte, dass ich selbst auch keinerlei Interesse daran hatte, mir nur Gedanken in diese Richtung zu machen. Dafür habe ich die Nähe und die Streicheleinheiten viel zu sehr genossen.

 

Und siehe da, im Laufe der Zeit, hatte ich mich von ganz allein immer weiter in die Gruppe hineingekuschelt. Ich lag nun nicht mehr ganz am Rand wie zu Anfang, sondern mitten drin.

Ich kam mit den unterschiedlichsten Gefühlen in Kontakt. Da war die Angst, mir etwas zu gönnen, „was ich ja gar nicht verdient habe“, oder der Gedanke, dass „ich mir selbst im Wege stehe“, aber auch der Gedanke, dass „ich vertrauen darf und dieses Vertrauen nicht missbraucht wird“ kam hoch und fühlte sich sehr sehr gut an.

 

Dieser Abend war eine tolle und ganz extreme Selbsterfahrung für mich. Ich habe tolle Menschen auf eine Art und Weise kennenlernen dürfen, wie man es normalerweise nicht unbedingt tut. Von den meisten kenne ich noch nicht einmal den Namen. Das macht aber auch nichts, denn jeder hat auf seine Art ganz viel gegeben und ganz viel bekommen. Jeder einzelne war richtig und wichtig – genau so wie er/sie war und ist. Da braucht es keine Oberflächlichkeiten wie Namen. Und doch würde ich mich sehr freuen, das eine oder andere Gesicht einmal wiederzusehen.

 

Denn eines ist sicher: das war nicht mein letzter Kuschelabend, sondern mein Erster!!!

 

 Mich würde jetzt noch brennend interessieren, was du über so einen Kuschelabend denkst. Wäre das auch was für dich? Was hast du für eine Meinung hierzu? Ich bin schon ganz gespannt, auf Deine Kommentare und Beiträge!

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Achtsames Essen – Einen Bissen ganz auskosten

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Viel zu oft essen wir in Eile und Hektik oder sind durch irgendwelche Umstände abgelenkt.
Wie wäre es da, sich zwischendurch mal ganz auf sich und das Essen zu konzentrieren?

Hier habe ich ein paar Anregungen zusammengetragen:

  • Nehmen Sie ganz bewusst die Farbe und die Form der Speise wahr. Stellen Sie sich vor, Sie würden dieses Lebensmittel zum ersten Mal im Leben wahrnehmen. Dies kann Ihre Neugier stärken.
  • Riechen Sie daran. Kommen vielleicht Erinnerungen in Ihnen hoch? Vielleicht aus der Kindheit?
  • Nehmen Sie nur einen Bissen in den Mund und legen Sie den Rest der Speise zurück auf den Teller. Widmen Sie sich ganz diesem einen Bissen.
  • Schließen Sie die Augen und kauen Sie ganz bewusst. Sie können Ihre Achtsamkeit ganz auf die Tätigkeit Ihres Kiefers lenken. Kauen Sie langsam und versuchen Sie dabei verschiedene Zutaten, Gewürze oder einzelne Geschmackskomponenten herauszuschmecken.
  • Erst schlucken wenn die Speise gut gekaut ist. Können Sie den Weg der Speise beim Schlucken spüren?
  • Nehmen Sie den Nachgeschmack wahr. Wie lange können Sie ihn schmecken?
  • Wie ist Ihre Stimmung nach diesem kleinen Selbstexperiment? Vielleicht haben Sie Lust, dies mit einer anderen Speise zu wiederholen?

 

Schokolade

Lecker Schokoladenfrüchtchen

 

Sie können diese Übung sehr gut zusammen mit Ihren Kindern und der ganzen Familie einmal ausprobieren.
Der Punkt mit dem Raten der Zutaten und Gewürze eignet sich auch sehr gut für ein kleines Ratespiel. Die Steigerung dessen wäre dann eine Verkostung mit verbundenen Augen.

Lassen Sie ihrer Kreativität und Phantasie freien Lauf und seien Sie gespannt, was Sie plötzlich alles wahrnehmen und schmecken werden.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Vergnügen beim Ausprobieren.

Herzlichst
Ihre Ruso

 

Foto: http://www.raum-für-dich.com – Genehmigung zur Verwendung liegt vor

21. Januar – Weltknuddeltag

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Jedes Jahr am 21. Januar ist der Tag des Knuddelns, auch Weltknuddeltag genannt (engl. National Hug Day oder National Hugging Day).

Ins Leben gerufen wurde dieser international gefeierte Tag erstmals am 21. Januar 1986 in Clio, Michigan, USA. Der Begründer des Welktknuddeltages, Pfarrer Kevin Zaborney, hatte die Idee, die Menschen wieder mehr zueinander zu bringen. Zaborny entschied sich für den 21. Januar, weil dieser Tag genau zwischen Weihnachten und Valentinstag liegt. Zudem ist es während dieser Zeit oft kalt und dunkel und viele Menschen fühlen sich einsam, deprimiert und verloren.

Zaborny hatte das Gefühl, dass die amerikanische Gesellschaft zu verlegen wäre, um Gefühle in der Öffentlichkeit zu zeigen und wollte dies mit dem Weltknuddeltag ändern. Dass diese Annahme nicht nur für Amerika, sondern für viele Länder dieser Erde gilt, erklärt wohl auch den Erfolg dieses Tages und seinen Fortbestand.

Es gibt schon länger die Vermutung, dass Menschen mit einem guten Sozialkontakt eine bessere psychische und auch physische Entwicklung erleben. Es wird angenommen, dass Umarmungen dabei helfen können ein gutes Immunsystem aufzubauen und das Risiko von Herzerkrankungen, aufgrund der resultierenden Senkung des Blutdruckes, zu verringern. Wie die American Society Psychosomatik herausgefunden hat, kann eine 10 minütige liebevolle Umarmung zwischen zwei sich Liebenden helfen, Stress mit seinen ganzen Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele zu reduzieren.

Paar 2

Wir können dies ja bereits bei unseren Kindern beobachten. Kinder nehmen sich ganz oft in den Arm und auch das Bedürfnis von den Eltern Geherzt und Gedrückt zu werden ist sehr groß. Nur wir Erwachsene mit unserem „Anstandsgefühl“ verbieten uns, das zu geben und zu nehmen was uns gut tut.

Umarmungen fördern die Gesundheit. Was also hält uns noch zurück, uns dieses kostenlose, überall verfügbare „Medikament“ zuzuführen?

Ich erlaube mir heute, Ihnen allen mindestens 10 Umarmungen zu verordnen!!!

Als Risiken müssen Sie mit Ohrfeigen rechnen, wenn Sie es versäumen sollten, vorher um Erlaubnis zu fragen 😉

Und als Nebenwirkungen können Sie sich auf eine Rückumarmung, Freude, Spaß, Lachen und gute Laune einstellen.

Ich empfehle Ihnen, diese Risiken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Sie könnten einen tollen Tag erleben!

Herzliche Umarmung

Ihre Ruso vom Rummelplatzsofa

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/National_Hug_Day

Out of the Box – eine kleine Übung außerhalb unserer Gewohnheiten

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Mein Blog soll ein kleiner Perspektivenwechsel sein. Er soll dazu ermuntern, mal einen Blick aus einer anderen Richtung zu riskieren und er soll dazu veranlassen, mit Gewohnheiten zu spielen. Vielleicht schaffe ich es ja auch, mit meinem Blog ein paar kleine Dinge zu verändern 😉

Heute bekommst du von mir eine kleine Übung, die dich ein wenig mit deinen Gewohnheiten spielen lässt, dich ein wenig aus deiner Komfortzone lockt und neue Perspektiven und Möglichkeiten entdecken lässt.

Unser Leben gleicht einer Landschaft. Unsere Möglichkeiten zu Denken und zu Handeln sind Gewohnheiten. Unsere Gewohnheiten sind wie Wege, auf denen wir häufiger gehen, als auf anderen. Wenn wir sie ständig benutzen, dann werden sie zu Autobahnen. Und weil das Fahren auf Autobahnen so bequem ist, wollen wir diese gar nicht mehr verlassen. Wir vergessen die anderen Wege und ignorieren die Ausfahrten.

Doch heute nimmst du mal eine Ausfahrt und schaust, was sich dahinter verbirgt.
Ich empfehle dir, immer mal wieder eine Ausfahrt runter zu fahren, wieder mit deinen Gewohnheiten zu spielen und ganz bewusst Dinge auf eine für dich ungewohnte Weise zu machen.

Nimm heute einfach mal einen anderen Weg wie sonst (z.B. wenn du ins Training läufst, zur Arbeit fährst oder starte im Supermarkt deinen Einkauf mal von den Kassen aus,…)

Suche neue Sichtweisen auf eine vertraute Umgebung und bekannte Situationen (z.B. lege dich in deiner Wohnung auf den Boden und betrachte dein Eigenheim mal aus dieser Perspektive, oder schlafe heute mal auf der linken statt auf der rechten Bettseite,…)

Was wäre das Gegenteil deiner gewohnten Reaktion in einer bestimmten Situation? (z.B. dein Partner kommt schon wieder zu spät nach Hause, deine Kinder streiten sich, du hast etwas vergessen,…) wie würdest du reagieren? Und nun versuche das Gegenteil dessen zu tun 😉

Verändere ein wenig den Ablauf deiner täglichen Routine (zuerst Zähneputzen, dann anziehen, zuerst einen Kaffee holen, dann den PC anschalten,…

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Freude mit diesem kleinen Selbstexperiment.

Da ein Blog ja für viele Menschen gedacht ist, würde ich mich freuen, wenn du deine Ideen und Erfahrungen zu dieser Übung mit uns allen teilen würdest. Das hebt die Spannung und gibt mehr Inspiration. Ich freue mich über jeden konstruktiven Beitrag.

(Text und Idee by rummelplatzsofa)